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Interessanter und sehr ausführlicher Artikel über vegane Ernährung von Hunden und was man dabei unbedingt beachten muss. Wie ich selbst gegenwärtig dazu stehe, folgt am Ende.

Können Hunde vegan essen? Der Beitrag auf der Seite mit dem Titel “Dogs  can EAT vegan too” sagt direkt, worum es geht. Nach Meinung der Autoren können Hunde definitiv vegan ernährt werden. Eine Tierärzting, Armaiti May, hat den Beitrag Korrektur gelesen und stützt die Aussagen.

Im Folgenden fasse ich die Aussagen des Artikels knapp zusammen.

Zunächst einmal werden mehrere vegan lebende Hunde aufgezählt, mit denen die Autoren zusammengelebt haben und leben.

Hunde sind von ihrer Art her Fleischfresser, vom Stoffwechsel her aber Allesfresser. Laut den Autoren kann man Hunde ohne Sorge vegan ernähren, muss aber auf die Ernährungsbedürfnisse achten. Dann geht es ihnen gut. Sie sollen sogar sanfter, sauberer, lieblicher werden und voller Gesundheit sein. Der gute Gesundheitszustand der veganen Hunde soll sogar konventionelle Tierärzte überrascht haben.

Hunde benötigen mehr Proteine als Menschen. Um sicherzustellen, dass der vegan ernährte Hund ausreichend Proteine bekommt, Kalzium, Vitamin D und alle anderen Nährstoffe, sollte er eine vielfältige Ernährung haben:

  • Hülsenfrüchte: Tempeh, Tofu, gut gekochte Bohnen, Linsen, Sojabohnen, Kichererbsen (gekocht oder gekeimt), Humus, Linsenkeimlinge (gemahlen/ vermischt), usw.
  • Gut durchgekochte Getreide: brauner Reis, Quinoa, Hirse, Mais Schrot, Polenta oder gemischte Maiskörner, Vollkornbrot, oder Nudeln, Hafer, usw.
  • Kartoffeln: normale oder Süßkartoffeln, gewürzt und mit Öl für besseren Geschmack (in kleinen Stücken oder gestampft für bessere Verdaulichkeit)
  • Seitan/ Gluten/ Weizeneiweiß
  • Gemüse: in kleinen Stücken oder gestampft für bessere Verdaulichkeit
  • Einige Nahrungsergänzungsmittel
  • Obst in kleinen Mengen, wenn der Hund es mag
  • und tägliche Spaziergänge im Sonnenschein

Etwa ein Drittel bis die Hälft des Essens sollte aus Proteinen bestehen (wie oben aufgeführt) und dazu die Nahrungsergänzungsmittel, die im Folgenden aufgezählt werden. Das Futter sollte Raumtemperatur haben und es sollte immer ausreichend frisches Wasser zur Verfügung stehen.

Während nicht-vegane Hunde meist nur eine Mahlzeit am Tag haben, sollten vegane Hunde zwei kleinere Mahlzeiten erhalten und kleine Snacks (Hundekekse, vegane Leckerlis oder ähnlich) zwischendurch.

Nahrungsergänzungsmittel:

Öl – 1 – 2 Esslöffel Tahini (Sesamsamenbutter), welches außerdem eine gute Kalzium Quelle ist. Alternativ Flaxöl, Hanfsamenöl, organisches Rapsöl, kalt gepresstes Olivenöl, etc. Öl macht das Essen der Hunde zudem appetitanregender.

Kalzium – fein gehacktes rohes oder gekochtes dunkelgrünes Gemüse wie Grünkohl ins Essen, oder gehackte Mandeln, oder Sojamilch mit Kalziumzusatz (letzteres als Belohnung, nicht regelmäßig), oder Tofu. Sehr empfohlen wird die Gabe von Präparaten wie VegeDog. In den USA gibt es eine Reihe von pflanzenbasierten Hundefertigfuttern in Dosen, welche die notwendigen Nährstoffe liefern. (In Deutschland gibt es mittlerweile auch vegane Hundefutter z.B. von Yarrah und Ami Dog; meine Ergänzung.) Die Autoren sind der Meinung, dass die veganen Hundefutter auf jeden Fall besser sind als die auf tierischer Basis, wo alle möglichen und unmöglichen Zutaten aus den Schlachthäusern enthalten sind. Selbst mischen sie vegane Fertigfutter mit selbst zu bereiteten Mahlzeiten.

Um die Versorgung mit essentiellen Fettsäuren (Omega 3, 6, 9) sicherzustellen, bekommen die Hunde noch einen Esslöffel veganes Öl. Das besteht in der Regel aus mehreren Ölen: Borretschöl, Nachtkerzenöl und organisches Flachsöl. Es gibt außerdem vegane Kapseln mit langkettigen Fettsäuren für Menschen, die nach Meinung der Autoren auch den Hunden gut tun. Sie sollen Hunden nutzen in Bezug auf die Gesundheit des Herzens, die Gelenke unterstützen und ein glänzendes Fell bewirken. Flachsöl soll laut verschiedenen Studien bei Hunden eine heilende Wirkung haben. Vor allem bei älteren Hunden sollen die Öle sehr wichtig sein.

Bei älteren Hunden mit Entzündungen soll die entzündungshemmende Wirkung von Ingwerwurzeln helfen. Die Ingwerwurzel soll dann in Gelatine freien Kapseln verabreicht werden. Bis eine Wirkung sichtbar wird, kann es allerdings bis zu 30 Tagen dauern. Verabreicht man dem Hund Nahrungsergänzungsmittel, die nicht so gut schmecken, so empfehlen die Autoren, diese in veganen Würstchen zu verstecken. Es werden auch Vitamin B-12 Supplemente empfohlen, etwa solche, die man unter die Zunge gibt. Dazu meint dann die Tierärztin, dass es darüber bisher keine gesicherten Erkenntnisse bezüglich der Wirksamkeit bei Hunden gebe.

Einige Dinge sollte auch roh verfüttert werden: geriebene Möhren, Rote Beete, Linsensprossen und andere Sprossen oder Gerstengraspulver, um die notwendigen Enzyme und Ballaststoffe zu liefern. Laut Autoren gibt es gibt es Empfehlungen von Fachleuten, Verdauungsenzyme zuzugeben zur Nahrung des Hundes. Hunde benötigen: Amylase, Protease, Lipase, Cellulase und Lactase. Es gibt Enzympräparate für Hunde zu kaufen (kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen).

Auch Weizenkeime sind nach den Autoren unerlässlicher Bestandteil der Ernährung veganer Hunde und sorgen für ein gesundes Fell. Weizenkleie, 1 Teelöffel, hilft beim Kotabsetzen. Und obwohl Hunde selbst Vitamin C bilden können, empfehlen die Autoren die Gabe von 1/2 – 1 Teelöffel Vitamin C Pulver (wichtig! Ester-C, nicht-sauer, um magenfreundlich zu sein).

Taurin ist eine Aminosäure (die natürlich in Fleisch vorkommt) und sollte als Nahrungsergänzung zur Nahrung eines veganen Hundes zugeben werden. Viele Hunde sollen ohne gut auskommen. Bei einigen Rassen, älteren Hunden oder Arbeitshunden kann es ohne Taurinzugabe zu Herzstörungen kommen. Taurin ist recht billig zu bekommen.

L-carnitin ist eine weitere Aminosäure, die in Fleisch vorkommt. Es sollte ebenfalls der Nahrung veganer Hunde zugegeben werden. Bei einem Mangel kommt es oftmals zu Herzproblemen. L-carnitin ist recht teuer.

Empfohlen wird auch Nährhefe als reiche Quelle von B Vitaminen und dabei auch B12.

Nori Algen sind ein guter Quell für Spurenelemente wie auch Salz und schmecken Hunden in der Regel gut.

Auch empfohlen wird noch Sojalecithin für die Herzfunktion.

Es folgt dann noch ein Hinweis auf für Hunde giftige oder nicht bekömmliche Pflanzen wie Kakao, Zwiebeln, roher Knoblauch, Muskatnuss, Makademia Nüsse und Rosinen.

Auch eine übermäßige Gabe von Salz sollte vermieden werden, da Hunde es nicht gut verarbeiten können.

Die Autoren weisen auch darauf hin, dass es mit der Ernährung von Katzen anders ist, da der Stoffwechsel von Katzen sehr verschieden von dem von Hunden ist. Hunde könnten aber, so die Autoren, gut vegan leben und dabei auch alt werden.

Die Umstellung eines Hundes auf vegane Ernährung sollte allerdings mit Bedacht erfolgen, um Probleme zu vermeiden. Beachtet man dieses, kann man seinen Hund frei von Tierleid ernähren.

Es wird auch noch hingewiesen auf “scheinbar” vegane Hundefutter, in denen Bestandteile sind, die aus Tieren gewonnen wurden, z.B. Vitamin D3 anstelle des Vitamin D2 aus Pflanzen.

Ich selbst bin bei diesem Thema sehr hin und her gerissen. Auf der einen Seite blutet mir das Herz, wenn ich Kauknochen und ähnlich oder Hundefutter konventioneller Art kaufe. Dann aber sieht man auch an diesem Beitrag, dass die vegane Ernährung zwar möglich ist, letztlich aber nicht der Natur des Hundes entspricht. Ohne bestimmte Supplemente wie Taurin und L-carnitin geht es einfach nicht. Hunde kann man nicht fragen, ob sie vegan wählen würden. Es ist eine Entscheidung, die wir Menschen treffen. Ob der Hund damit wirklich glücklich ist, können wir nicht wirklich sagen. Veganes Futter habe ich Yoschi schon gegeben und er mochte es auch. Ausschließlich habe ich ihn allerdings nicht damit gefüttert. Ich fühle mich damit nicht wohl, denn die Gesundheit meiner Hunde möchte ich nicht leichtfertig aufs Spiel setzen, so sehr mir das Leid der anderen Tiere auch am Herzen liegt.

Auch Hunde können vegan ESSEN! – Dogs Can EAT Vegan Too!

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