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Dieser Tage las ich noch über Automatikleinen auf der Seite von Cesar Millan und erfuhr dabei, dass sie mancherorts z.B. in der Stadt Los Angeles wie auch dem Landkreis Los Angeles County verboten sind. Leinen dürfen dort nicht länger als 6 Fuß sein, also nicht einmal ganz 2 Meter Länge haben. Aus Deutschland kenne ich derartige Vorschriften nicht. Hier geht es vielmehr um Leinenpflicht grundsätzlich und dabei ist die Art und Länge der Leine nicht vorgeschrieben.

Automatikleinen, im Englischen retractable leads, sind auf der einen Seite angenehm für Herr und Hund, erlauben sie dem Hund doch eine gewissen Freiheit, ohne dass das Herrchen die Kontrolle vollkommen aufgibt. Wo Leinen Pflicht sind, ist das sicherlich eine gute Lösung. Für Hundehalter, deren Hunde nicht folgen und  sich abrufen lassen, ist es ebenfalls ein Hilfsmittel, dem Hund doch mehr Freiheit als an der kurzen Leine zu gewähren.

Leider aber bergen diese Leinen auch ein nicht zu unterschätzendes Risiko, wie ich am Sonntag selbst wieder einmal spüren musste. Es ist zum Glück nichts passiert, aber ich hatte die Kontrolle über Yoschi für einen Augenblick verloren. Was war geschehen?

Normalerweise nutze ich die Automatikleine für Yoschi primär im Wald, so dass er auch abseits des Weges schnüffeln und markieren kann. Als ich ihn noch nicht lange aus dem Tierheim hatte, neigte er dazu, an Straßenecken völlig unerwartet die Richtung zu ändern und über die Straße gehen zu wollen. Er sprang fast förmlich auf die Straße. Das ist extrem gefährlich, vor allem bei Straßen mit viel Verkehr. Auch wenn er diese Angewohnheit heute nicht mehr hat, halte ich ihn immer kurz, um kein unnötiges Risiko einzugehen. Nur an Wegen ohne Verkehr lasse ich ihm etwas mehr Leine.

Beim Spaziergang am Sonntag waren wir an einer Straßenecke, Yoschi schnüffelte an der Mauer an der Ecke und in dem Moment kam eine junge  Frau mit einem kleinen weißen Hund aus einem Haus schräg gegenüber der Straßenecke. Während ich mit Little Amiga und Floppy beschäftigt waren, die in Stimmung kamen, dachte ich nicht mehr an Yoschi, auch nicht daran, dass ich die Leine nicht gesperrt hatte. Ich war mit den Kleinen beschäftigt und schaute auf kleinen Hund. Mit einem Mail lief mir Yoschi von links ins Blickfeld zu dem kleinen weißen Hund. Mit der ungesperrten Leine hatte er sich in einem Bogen um mich herum bewegt und konnte auf die Straße und quer über die Straße zu dem anderen Hund. Ich bremste ihn und holte ihn zurück zu mir. GLÜCK GEHABT!

Wäre in dem Moment, wo er auf die Straße lief, ein Auto gekommen, … Den Gedanken will ich gar nicht weiterdenken.

Zwei weitere unangenehme Erfahrungen habe ich im Laufe der Jahre noch mit Automatikleinen gemacht.

Einmal war es ein Fall, wo sich die Leine ein Stück um mein Bein gewickelt hatte und urplötzlich der Hund daran kräftig loszog, mich überraschte und ich auch nicht bremsen konnte. Die Folge war, bei kurzer Hose, eine schöne Brandspur auf dem Bein.

Der andere Zwischenfall lag weiter zurück. Der Hund an der Leine zog, weil sie etwas gesehen hatte, plötzlich mit voller Kraft los und wurde immer schneller. Die Leine hat ein Ende und das war plötzlich erreicht. Der Ruck war extrem, da der Hund mit vollem Tempo rannte. Der Ring am Ende der Leine, an welchem dann noch ein Band befestigt war mit einem Karabinerhaken, zersprang in zwei Teile. Ein Teil verblieb an der Automatikleine und schnellte zurück mit der Kraft der maximal gespannten Federautomatik und schlug mir ganz knapp unter das rechte Auge. Ein kleines Stück höher und mein Augenlicht hätte verloren sein können.

Daraus habe ich gelernt. Doch wie der Zwischenfall vom Sonntag zeigt, kann man nie vorsichtig genug sein mit diesen Automatikleinen.