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Heute empören wir uns über die grausame “Beseitigung” von Straßenhunden zur EM in der Ukraine oder jetzt in Sotschi zur Winterolympiade. Wir protestieren, zu Recht, weil so etwas heute bei uns der Vergangenheit angehört. Wie ein Beispiel aus den USA zeigt, verfuhr man leider auch in westlichen Gesellschaften in früheren Zeiten nicht gerade zimperlich mit Straßenhunden. In New York nahm das Problem mit Straßenhunden nach dem Empfinden der Verantwortlichen dermaßen zu, dass man zu drastischen Maßnahmen griff. Vor allem im Sommer sah man die herrenlosen Hunde als Problem an und verabschiedete zum Ende des 19. Jahrhunderts ein Gesetz, dass jedes Jahr für drei Monate im Sommer in Kraft trat. Ein Grund für den Sommer als Zeitpunkt war ein  Glaube bei der Bevölkerung, dass vor allem im Sommer der Biss eines Hundes Tollwut übertragen könne.

Offiziell bestellte Hundefänger fingen die Hunde ein. Das kostete die Stadt New York pro Hund 50 Cent. Nach einer Verwahrungsfrist von 24 Stunden ertränkte man unerwünschte Hunde einfach an einer bestimmten Stelle im East River, der sogenannten Hundebadewanne. Dazu wurden etwa 48 in einen großen Käfig gesteckt, an einem Kran über den Fluss geschwenkt und dann im Fluss versenkt. Nach 10 Minuten wurde der Käfig wieder aus dem Fluss gezogen, geleert und mit den nächsten Hunden gefüllt und erneut im Fluss versenkt. Die Hundekadaver gingen an die Abdeckerei. Eine Hundehaut soll im Schnitt für 1 $ von dort zu haben gewesen sein.

Am 08. Juli 1877 beispielsweise wurden in der Zeit von 5 Uhr morgens bis 1 Uhr nach Mittag 738 erwachsene Hunde und 20 Welpen ertränkt. Dann machte der verantwortliche Officer nicht mehr weiter, da er der Meinung war, es seien so viele gute und brauchbare Hunde unter den nächsten, dass er die Ertränkungen bis zum nächsten Tag aussetzte, um Leute die Chance zu geben, Hunde zu adoptieren gegen eine Gebühr bzw. Eignern, die Gelegenheit, ihre Hunde gegen eine Gebühr auszulösen. Einige Hundebesitzer bekamen so tatsächlich ihren geliebten Hund zurück.

Aufgegriffen wurden übrigens nach der Verordnung alle Hunde, die in der Stadt alleine und ohne Maulkorb angetroffen wurden. Sie wurden alle in einem Städtischen Zwinger verwart und mussten innerhalb der Frist von 24 Stunden von ihren Besitzern abgeholt werden, sollten sie nicht dem Tod durch Ertränken zum Opfer fallen.

Der Stadt New York entstanden so im Jahr 1866 beispielsweise 3.000 $ Kosten. In diesem Jahr wurden 4.819 Hunde eingefangen und lediglich 278 von ihren Eignern ausgelöst.

Auch wenn es genug Leute gab, die verstanden, dass die Gefahr welche von Hunden in Bezug auf die Übertragung von Tollwut gering war, vor allem in den Monaten (Zeit der Hundstage), in welchen das Gesetz in Kraft war, und das Gesetz so mehr Schaden anrichtete als half, so waren auch sie teilweise der Meinung, dass Hunde nutzlose Tiere seien in den Städten, eine Belästigung unabhängig davon, dass sie gelegentlich durchdrehten. Das beste Hundegesetz, sei ein Gesetz, welches den Besitzern eine hohe Steuer auferlege, dass nur wenige welche halten würden, und dass jene, die es tun würden, darauf achten würden, dass ihre Hunde mit oder ohne Maulkorb nicht streunen würden.

Nach und nach übernahmen Tierschutzvereine die eingefangenen Hunde und versorgten sie, mit dem Versprechen, sie auf humanere Weise zu töten.

1894 wurde das Gesetz dann in New York abgeschafft samt den brutalen Hundefängern. In der Schlagzeile der New York Times hieß es dann

The American Society for the Prevention of Cruelty to Animals Will Take Care of Homeless Dogs and Cats — Animals Without Collars Will Be Seized and Held for Redemption — They Will Not Be Chased Over Fences.

Die Amerikanische Gesellschaft zur Vermeidung von Grausamkeiten gegen Tiere wird sich der obdachlosen Hunde und Katzen annehmen – Tiere ohne Halsband werden festgehalten und zur Abholung verwahrt – Sie werden nicht über Zäune hinweg verfolgt werden.

Quellen: