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Es könnte doch alles so einfach sein … Floppy ist nicht ängstlich gegenüber Hunden oder Menschen, eben ein ganz normaler Hund.

Leider aber ist das nicht so. Draußen haben wir Probleme mit anderen Menschen und Hunden und hier im Haus gibt es leider auch Probleme – mit meinem Vater. Mit dem kann Floppy nichts anfangen. Umgekehrt hat mein Vater auch kaum Interesse an ihm oder einem der anderen Hunde. Für ihn sind Hunde eher ein Störfaktor, der Grund, warum er sein Hörgerät nicht tragen kann. Hat er das Hörgerät auf und eine Hund bellt, wird dieses für ihn sehr verstärkt und er erschreckt sich.

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Überhaupt ist mein Vater insgesamt sehr schreckhaft. Das hat wohl mit dem Alter zu tun. Und Floppy ist leider auch recht ängstlich. Das ergibt ein explosives Gemisch. Mein Vater ist meist im Wohnzimmer oder seinem Arbeitszimmer. Man sieht ihn selten. Die Hunde sind in der Wohnung meiner Eltern, wenn ich dort bin oder außer Haus. Manchmal sind sie in letzterem Fall auch in meiner Wohnung, weil sie keine Lust haben, unten zu sein.

Es ist eigentlich immer die gleiche Situation, die zu Problemen führt. Verlässt mein Vater das Wohnzimmer, sein Arbeitszimmer oder die Gästetoilette und Floppy ist in der Küche, so taucht mein Vater für ihn plötzlich lautlos und unheimlich in der Diele auf. Floppy scheint sich bedroht zu fühlen und geht auf Angriff. Er bellt und rennt zu meinem Vater, die Nackenhaare gestäubt. Zuweilen macht er auch Anstalten, meinen Vater ins Hosenbein zu beißen. Das unvermittelte Bellen und der anstürmende Hund erschrecken meinen Vater, der wie gesagt sehr empfindlich geworden ist im Alter, sehr. Aber anstatt ruhig zu bleiben oder auf den Hund zuzugehen, geht er etwas nach unten, beugt sich leicht nach vorne, klatscht in die Hände und schreit den Hund an. Alles das hilft in keiner Weise, Floppy zu beruhigen oder ihm eine Grenze zu zeigen. Vielmehr verstärkt es vermutlich das Gefühl der Bedrohung für Floppy.

Heute wurde mein Vater richtig böse und meinte, der Hund müsse aus dem Haus und beim nächsten Mal werde er ihn mit einem Stock totschlagen. Leider ist er in solchen Momenten nicht zu klarem Handeln in der Lage. Es bleibt zu hoffen, er schlägt nicht wirklich einmal zu, wenn er zufällig seinen Gehstock dabei hat in der Wohnung.

Ich hatte ihm vor kurzem für solche Situationen eine kleine Bonbondose mit Leckerchen gegeben. Die sollte er sich in die Hosentasche stecken und den Hund damit ablenken durch Klappern. Hat er aber nie gemacht. Statt dessen stand die Dose auf dem Schreibtisch. Heute gab er mir die Dose wieder, ich könne sie mir in die Haare schmieren.

Toll, da stehe ich nun. Ich werde jetzt zwei Strategien versuchen. Erstens will ich es mal mit einer Übung von Maja Nowa versuchen, der Touch Übung. Außerdem soll mein Vater jetzt jedes Mal, wenn er aus dem Wohnzimmer kommt, den Hund zu sich rufen und ihm etwas geben. Ob er zu letzterem bereit ist, muss ich sehen. Ein Problem bei ihm ist leider auch, dass er es vermutlich einfach vergisst. Also muss ich versuchen, vor allem durch die Übung Floppys Vertrauen zu meinem Vater aufzubauen. 

Drückt und Daumen und Zehen ihr Zwei- und Vierbeiner.