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Schon länger ist bekannt, dass wir hier in Deutschland bei Hunden zunehmend mit Krankheiten zu tun haben, die hier ursprünglich nicht zu finden waren. Teilweise wurden diese Krankheiten durch adoptierte Tiere aus dem südlichen Europa mit hierher gebracht und gelegentlich auch durch Hunde, die mit ihren Familien in südlichen Gefilden Urlaub machten.

Stechmücke, Wikipedia

(Foto: Wikipedia)

Problematisch ist dabei, dass unsere Hunde keine Abwehrstoffe gegen diese fremden Krankheiten besitzen. Und nun wurde erneut ein nicht ursprünglich aus unserer Region stammender Parasit entdeckt.

Im Rahmen eine systematischen Untersuchung von Stechmücken in neun Bundesländern als Bestandteil der Aktion  der  Kommunalen Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Stechmückenplage (Kabs) wurden Stechmücken großen Maßstab auf Parasiten untersucht. 75.000 der kleinen Plagegeister wurden eingefangen und untersucht und die in drei Stechmückenarten aus Brandenburg entdeckten die Forscher wiederholt Larven des Hundehautwurms Dirofilaria repens. Diese kommen normalerweise in Südeuropa und Ländern Afrikas und Asiens vor. In den vergangenen Jahren mehrten sich allerdings die Meldungen von infizierten Hunden in Österreich, Tschechien oder Polen. Seit kurzem gibt es auch Meldungen aus Deutschland.

Die Entwicklung der Parasiten ist temperaturabhängig und dauert zwischen 10 und 30 Tagen. Da Stechmücken in der Regel allerdings weniger als 30 Tage leben, galt Deutschland aufgrund der geringeren Temperaturen nicht als gefährdet.

Mit heißeren Sommermonaten, vor allem Juli und August, können sich die Larven in den Mücken nun aber schnell genug entwickeln.

„Da wir den Parasiten in zwei aufeinanderfolgenden Jahren gefunden haben, liegt der Verdacht nahe, dass zumindest in Brandenburg bereits eine stabile Übertragung stattfindet“,

sagte Prof. Egbert Tannich vom Bernhard-Nocht-Institut (BNI) für Tropenmedizin.

Wichtig ist nun, dass Tierärzte möglichst viele mit den Larven des Hundehautwurms Dirofilaria repens infizierte Hunde erkennen und behandeln, denn nur so kann eine weitere Ausbreitung des Erregers verhindert werden. Das ist nicht immer leicht, denn infizierte Hunde zeigen oft keine Symptome. Manchmal haben sie allerdings Juckreiz oder Hautentzündungen. In unbehandelten Hunde kann der Parasit bis zu sieben Jahre überleben. Entsprechend lange ist der Hund Überträger, wenn er von Mücken gestochen wird.

Quelle: Entdeckt: Gefährliche Parasiten in Stechmücken / Panorama / In- & Ausland – KN – Kieler Nachrichten