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Morgenstund hat Gold im Mund, sagt man. Kann sein, dass dem tatsächlich so ist. Da ich nicht singe und morgens in aller Frühe schon gar nicht, kann ich es nicht beurteilen. Ich mag den Morgen trotzdem, denn dann ist die Welt noch frisch von der Nacht und still. Die Morgenstund hat viel im Mund, nicht nur Gold, Frische und Stille, sondern auch Hasen und allerlei Spuren von den Waldbewohnern. Dieses Jahr gibt es mal wieder viele Hasen. Seit auf den Feldern klein Platz mehr für sie ist, wohnen sie im Wald. Sie lieben die Wege, denn an deren Rändern wächst zartes Gras. Außerdem sind Wege eben Wege und auch Tiere bevorzugen bequeme Pfade, auf denen sie sich nicht durchs Unterholz drücken müssen und die gut einsehbar sind.

Hunde haben extrem gute Nasen und deswegen haben sie des Morgens Hase in der Nase und nicht nur Hase, sondern auch all die anderen Tiere, die Rehe, Füchse, Marder, Dachse, Wildschweine, Eichhörnchen und was sonst noch in diesem Biotop kreucht und fleucht.

Little Amiga verfügt über eine äußerst sensible Nase, die sich mit einem äußerst großen Jagdtrieb verbindet. Beides zusammen ergibt eine explosive Mischung. Und so ist sie kaum zu halten. Sie hat die Nase am Boden und will rennen, rennen, rennen … und sie kann und darf doch nicht. Es ist so schade, dass man diese unbändige Energie in Fesseln legen muss. Sie tut mir richtig leid, die kleine Jägerin.

Floppy hat ebenfalls eine gute Nase, scheinbar aber einen geringeren Jagdtrieb. Auch er nimmt zuweilen Witterung vom Boden auf. Doch das wohl nur, wenn sie besonders stark frisch und interessant ist.

Ist eine Witterung extrem frisch, das Tier also noch ganz in der Nähe oder knapp voraus, dann nehmen beide Witterung aus der Luft auf und die Aufregung steigt. Beide, Little Amiga und Floppy, schauen sich an und beginnen zu ziehen und zu bellen.

Ich bleibe dann stehen und warte, bis sie sich wieder beruhigt haben. Sobald sie etwas runterkommen, nehme ich sie ins Sitz. Dann warten wir noch eine Weile. Erst dann geht es weiter. 

Sobald wir aus dem Wald kommen, kann Little Amiga auch ohne Nase am Boden und viel entspannter laufen.

Nachmittags ist ein Spaziergang im Wald bedeutend ruhiger. Die Wildtiere liegen in ihren Verstecken und die Fährten auf den Wegen haben sich soweit verflüchtigt, dass sie nicht länger interessant sind.

Im Winter und im Frühjahr sind die Spuren ebenfalls weniger zahlreich. Entsprechend sind auch dann die Spaziergänge einfacher für uns.

Jackie interessiert sich heute im Alter nicht mehr für Wildtiere. Sie ist ruhig geworden und im Alter vermutlich auch weise in dieser Hinsicht. Auch Yoschi zeigt heute wenig Interesse. Er hat eine gute Nase und zeigt gelegentlich an, dass er eine Witterung in der Nase hat. Anstalten, dieser zu folgen macht er aber nicht. Es wäre eh zwecklos, da ich ihn nicht ließe.