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Immer wieder stößt man im Internet auf die Aufrufe von Tierschutzorganisationen, einem Hund als Pflegehund ein vorübergehendes Zuhause zu bieten. Es finden sich zum Glück auch immer wieder liebe Personen, die einen Hund aus Portugal, Spanien, Ungarn oder ähnlich ein Zuhause bieten wollen. Je nach Hund und Kontakten der Tierschutzorganisation wird der Hund dann mehr oder weniger schnell vermittelt. Manchmal bleibt er nur wenige Tage oder Wochen auf der Pflegestelle, doch oft können aus wenigen Wochen auch Monate oder gar Jahre werden. In vielen Fällen kommt sogar der Tierschutzverein für die Kosten der Unterbringung des Hundes in der Pflegestelle auf. Und nicht selten meldet sich dann irgendwann auch die Kommune oder Stadt mit dem Thema Hundesteuer.

Foto:  CC BY-NC 3.0

In einem solchen Fall wollte die Stadt Göppingen von einer Hundehalterin, die Hunde in Pflege hatte, für einen Zeitraum von vier Jahren 1.200 € nachfordern an Hundesteuer. Dagegen klagte die Frau vor dem Verwaltungsgerichts Stuttgart, welches die Klage in einem Urteil abwies. Auch als die Dame gegen dieses Urteil vor dem Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg in Berufung ging, blieb sie erfolglos.

Eine Tierschützerin, die aus Tierliebe Hunde für längere Zeit bei sich aufnimmt, bis diese weitervermittelt werden können, ist Halterin und damit hundesteuerpflichtig, auch wenn die Hunde formal im Eigentum eines Tierschutzvereins stehen.

Selbst dass sie die ihr entstandenen Kosten für die Versorgung der Pflegehunde steuerlich als Sachspenden an den Tierschutzverein geltend machen kann, wurde ihr abgesprochen, denn die Tiere seien ihrem Haushalt zugeordnet und nicht dem Tierschutzverein.

Es ist durchaus möglich, dass ein regionales Finanzamt eine vergleichbare Sachlage anders einschätzt. Doch trotzdem sollte man die oben beschriebenen Urteilssprüche und mögliche zusätzliche Kosten in Form von Hundesteuern im Hinterkopf haben, wenn man sich dafür entscheidet, einen Pflegehund aufzunehmen.

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