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Dass unsere Hunde den eindeutig besseren Geruchssinn haben als wir Menschen selbst, daran hegt wohl kaum noch einer einen Zweifel. Weniger bekannt ist aber die Tatsache, dass verschiedene Hunderassen verschieden gut riechen können. Vor allem Hunderassen mit sehr platten Gesichtern wie verschiedene Bulldogenarten und Möpse riechen aufgrund ihrer Anatomie der Nase so schlecht, dass sie vor allem auf ihren Gesichtssinn setzen. Bei den Hunderassen unterschiedet man nach verschiedenen Merkmalen, die der Bestimmung entsprechen, für die sie einmal gezüchtet wurden. Eine dieser Gruppen sind die der Fährtenhunde. Dazu gehören Hunderassen wie Beagles, Bassets und die verschiedenen Bloodhound Rassen. Im Deutschen als Schweißhunde bezeichnet werden etwa Rassen wie die Bracken. Sie werden, wie der Name schon sagt, als Spürhunde für Blutspuren eingesetzt. Jäger bezeichnen Blut als Schweiß. Schweißhunde können angeschossenes Wild auch nach Tagen noch über die Spur der verlorenen Blutstropfen auffinden.

Dog nose

Foto: By Elucidate (Own work) [CC-BY-3.0], via Wikimedia Commons

Den außerordentlichen Geruchssinn der Hunde macht man sich heute allerdings nicht nur bei der Jagd im traditionellen Sinn zu Nutze. Leichenspürhunde können Leichname selbst durch das Wasser riechen, falls ein Leichnam in einem Gewässer liegt. Drogenhunde spüren versteckte Drogen in Fahrzeugen, Containern und ähnlich auf. Für Gefängnisse wurden Spürhunde auf den Geruch von Mobiltelefonen abgerichtet. Eine besondere Rolle kommt den Spürhunden bei der Suche nach Menschen zu. Das sind einmal die Lawinenhunde und Hunde, welche Menschen in Katastophengebieten, etwa einem Erdbeben aufspüren können. Sie können feinste Ausdünstungen verschütteter Menschen in ihrer Witterung aufnehmen. Was gute Spürhunde auch aufnehmen können, ist die Spur an Hautpartikeln, welche jeder Mensch unfreiwillig hinter sich lässt. In der Verbrechensbekämpfung kommen Hunde mit dieser Fähigkeit mitunter zum Einsatz. Laut der Mars Heimtier Studie sollen so 2013 rund 4.200 Diensthunde in Deutschland für Menschen mit ihren besonderen Fähigkeiten im Einsatz sein. Dazu kommen dann noch viele Hunde, die mit ihren Menschen ehrenamtlich im Einsatz sind.

Doch zurück zu den sagenhaften Spürfähigkeiten mancher Hunderassen in Bezug auf den Geruch von Menschen. In Polen und Holland hat man spezielle Verfahren ausgearbeitet, wie man Geruch zur Identifizierung von Tätern nutzen kann. Es ist vergleichbar dem Verfahren, welches wir aus TV Krimis kennen. Ein Zeuge hat einen Täter gesehen und soll diesen nun identifizieren. Es werden zehn Personen mit Nummern in der Hand nebeneinander gestellt. Der Zeuge soll nun entscheiden, welche der Personen er meint, am Tatort gesehen zu haben. Entsprechend nimmt nun der speziell trainierte Hund am Tatort die Witterung des oder der Täter auf. Anschließend präsentiert man ihm von verschiedenen Personen Geruchsproben. Darunter ist auch eine Geruchsprobe eine von der Polizei als verdächtig festgenommenen Person. Identifiziert der Hund die Geruchsprobe dieser Person als die, welche er am Tatort aufgenommen hatte, so wird dieses mittlerweile als Beweis für eine Täterschaft akzeptiert. Viele nordamerikanische Gerichte akzeptieren mittlerweile Beweislasten, die auf diesem standardisierten Weg ermittelt wurden als rechtmäßig und fällen Urteile, welche diese Ergebnisse berücksichtigen. 

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Foto: Sebastian Zwez [CC-BY-3.0-de], via Wikimedia Commons

Auch in deutschen Gerichten können solche Geruchsbeweise geltend gemacht werden. Dafür kommen sogenannte Geruchsspuren-Vergleichs-Hunde zum Einsatz. 

Mit Hilfe des Geruchsspuren-Vergleichs-Hundes prüft die Polizei, ob Geruchsspuren an Beweismitteln einem Tatverdächtigen zuzuordnen sind. Da jeder Mensch ein individuelles Geruchsbild hat, kann dieser Geruch durch alle Körperausscheidungen (Schweiß, Blut und so weiter) auf Gegenstände übertragen und nachgewiesen werden. Erkennt der Hund einen Straftäter durch seinen Geruch wieder, hat das die Beweiskraft einer Fotografie vom Täter. Um die Sicherheit dieses Verfahrens zu erhöhen, werden für jeden Fall drei Spürhunde eingesetzt, die unabhängig voneinander zum gleichen Ergebnis kommen müssen.

Quelle: Polizeihunde; Planet Wissen

Dieser Artikel war von der Frage ausgegangen, ob es Unterschiede gibt bei der Geruchsempfindlichkeit verschiedener Rassen und es waren bereits die Fährtenhunde als besonders herausragend genannt worden. Das ist auch wissenschaftlich belegt. 

Die Knochenleiste der Hundenase, welche die Geruchszellen enthält, ist je nach Hunderasse verschieden groß. Hunde mit längeren und breiteren Nasen haben so in der Regel mehr Riechzellen als solche mit kürzeren und schmalen Nasen. Größere Hunde haben meist auch mehr Riechzellen als kleinere Hunde. Ein Dackel hat so etwa 125 Millionen Riechzellen, ein Fox Terrier etwa 147 Mio. und ein Schäferhund etwa 225 Mio..

Vor allem aber Fährtenhunde haben Nasen, die so angelegt sind, dass Geruchsspuren besonders gut analysiert werden können. Selbst wenn Fährtenhunde nicht sonderlich groß sind, so nutzen sie den vorhandenen Nasenraum in Bezug auf die Menge der Riechzellen besonders gut aus. Beagle, die deutlich kleiner sind als ein Schäferhund haben so aber mit 225 Millionen Riechzellen genauso viele wie dieser. Bloodhounds, sprich Schweißhunde, sind noch mehr auf den Geruch spezialisiert. In ihren verhältnismäßig großen Nasen befinden sich bis zu 300 Millionen Geruchsrezeptoren. Mehr als sie haben keine anderen Hunderassen.

Wir Menschen liegen mit unseren gerade mal 5 Millionen Riechzellen weit unter den Hunden. Verglichen mit einem Beagle sind das gerade mal 2% der Anzahl seiner Riechrezeptoren.

Im Allgemeinen sagt man, dass Rüden besser riechen können als Hündinnen. Man vermutet aber, dass dieses vor allem dem größeren Interesse der Rüden am Schnuppern geschuldet ist.

Quellen: Fahnder auf Vier Pfoten – Hunde mit Beruf; Hundenachrichten, August 2013

Do some dog breeds have better noses and scent discrimination than others?; Stanley Coren; Psychology Today; Januar 2011