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Für uns Menschen ist klar, wir können uns an die Vergangenheit erinnnern und in die Zukunft denken. Tieren spricht man dieses Vermögen ab. Man sagt, es ist unter anderem dadurch bedingt, dass sie mit Ausnahme von Primaten und Delphinen keine Vorstellung vom Selbst haben.

In der Gedächtnispsychologie unterscheidet man zwischen semantischem Gedächtnis und episodischem Gedächtnis. Wenn ich meinen Schlüssel suche und ich kann mich erinnern, wie ich ihn weggelegt habe, dann ist das das episodische Gedächtnis. Kann ich mich erinnern, an welche Ort ich ihn gelegt habe, spricht man vom semantischen Gedächtnis.

Dog with Cow Femur

Foto: Jonathan Hinkle; Flickr; CC BY-NC-SA

Eigentlich kann man das episodische Gedächtnis ohne Sprache schlecht überprüfen. Genau daran scheitert letztlich auch eine Überprüfung ob Hunde darüber verfügen. Ganz sicher ist, dass sie über ein semantisches Gedächtnis verfügen. So erinnern sie sich an Personen und andere Hunde wie auch an den Ort, an welchem sie einen Knochen vergraben haben. Wie Ira E. Hyman, eine amerikanischer Psychologie Professor beschreibt, gibt es nur den Weg, über die Wahrnehmung des Selbst, darauf zu schließen, ob Hunde ein episodisches Gedächtnis haben oder nicht. Hunde erkennen sich im Spiegel nicht. Das ist bekannt. In einem anderen Beitrag, beschrieb ich aber, dass dieses unter anderem daran liegt, dass Hunde überwiegend geruchsorientiert sind. In einem Versuch hatte ein Wissenschaftler versucht, die Selbstwahrnehmung mit Urin im Schnee zu testen und dabei sah es sehr danach aus, dass der Hund seinen eigenen Urin erkannte, somit also scheinbar doch eine Vorstellung von sich selbst hat.

Von daher würde ich die Aussagen des Professors anzweifeln. Hunde können uns nichts erzählen aus ihrer Vergangenheit, doch sie träumen wie auch wir Menschen.  Träume greifen oftmals Ereignisse aus der Vergangenheit auf.

Als ein weiteres Beispiel für das Fehlen eines episodischen Gedächtnisses wertet der Professor die Beobachtung, dass Hunde uns immer wieder sehr erfreut begrüßen, auch wenn wir nur einige Minuten abwesend waren.

Letztlich ist aber auch er unzufrieden mit den Aussagen über das Vorhandensein oder Fehlen eines episodischen Gedächtnisses bei Hunden, da man sie eben leider nicht befragen kann.

Die Antwort auf die Frage der Überschrift muss von daher vorerst lauten, Hunde können sich an die Ergebnisse von Ereignissen durchaus erinnern. Eher unwahrscheinlich ist es jedoch, dass sie sich an die Ereignisse als solche erinnern können. An einem Beispiel festgemacht würde das bedeuten, der Hund erinnert sich, wo er den Knochen versteckt hat, jedoch nicht wie er ihn versteckt hat, dass dabei die Erde sehr nass war und es regnete.

Quelle: Dogs Don’t Remember (Hunde erinnern sich nicht), Ira E. Hyman, Psychology Today, May 2010