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Dieser Frage geht ein Artikel von Stanley Coren in Psychology Today nach. Lernen funktioniert bei Hunden besonders gut, wenn es auf Belohnungen basiert. Bekannt ist auch, dass es viele Möglichkeiten der Belohnung gibt, vom Futter über Spielzeug bis verbalem Lob und Streicheleinheiten oder Spielrunden. Aber womit lernen Hund nun am besten?

Unter Vertretern der positiven Verstärkung herrscht schon mal Unklarheit, was die beste Belohnung ist. Futter wird von einigen als “Bestechung” bezeichnet, und soll deswegen ineffektiv sein, wenn es ausbleibt in der trainierten Situation. Andere meinen, dass verbale Belohnungen in Form von Lob mit einer entsprechenden Stimme für Hunde wertlos sei und damit keine Wirkung habe. Eine Gruppe von Forschern an der Nihon Universität in Japan nahm sich der Fragestellung an.

Man trainierte Hunde auf das Sitz-Bleib Kommando und auf Komm. Zunächst lernten alle Hunde dafür das Sitz-Bleib. Trainiert wurde in 10er Einheiten. Der Forscher gab dem Hund das Kommando, entfernte sich, kam zurück und belohnte den Hund, wenn er noch auf der Stelle saß. Danach wurde das Komm in verschiedenen Phasen geübt. Das geschah zunächst auf einen kurzen Abstand von einem Meter und anschließend wurde der Abstand schrittweise auf vier Meter erhöht. Bei jeder korrekten Reaktion auf das Komm, wurden die Hunde belohnt. Sobald die Hunde die Übung zu 75% beherrschten, sprich in 75% aller Durchgänge das erwünschte Verhalten zeigten, galt das Training als erfolgreich.

Rusty Accepts Treat

Foto: von tomcue2 from Chicagoland, IL (Rusty Accepts Treat) [CC-BY-SA-2.0], via Wikimedia Commons

Um nun die Effektivität der Art der Belohnung zu testen, hatte man die Hunde vor dem Training in drei Gruppen getrennt. Die erste Gruppe erhielt als Belohnung jeweils ein Leckerchen. Bei der zweiten Gruppe streichelte man vom Kopf bis auf die Schulter hinunter. In der dritten Gruppe bestand die Belohnung aus einer verbalen Belohnung im Sinne von “braver Hund.”

Beim ersten Trainingsdurchgang Sitz-Bleib brauchten die Hunde im Schnitt bei der Belohnung mit Futter nur 5 Trainingsdurchgänge zu 10 Einheiten bis sie das Kommando so gut beherrschten, dass die die geforderten 10 Sitz-Bleib am Stück schafften. Bei der Gruppe, welche mit Streicheleinheiten belohnt wurde brauchte es 13 Durchgänge zu 10 Einheiten und bei der Gruppe mit der verbalen Belohnung 12.

Beim zweiten Teil des Experiments, dem Erlernen des Komm Kommandos waren die Ergebnisse nicht so eindeutig wie bei ersten Teil. Bis zum Erreichen von 2m Abstand brauchten die Hunde mit Leckerchen als Belohnung nur einen Durchgang von 20 Trainingseinheiten, um die geforderten 75% zu erreichen. Die Hunde, welche gestreichelt wurden, brauchten stattdessen zwei Einheiten und die, welche verbal belohnt wurden, brauchten vier Einheiten. Danach verschwimmen die Unterschiede. Es scheint also, dass Futter als Belohnung zumindest in der Anfangsphase des Trainings auf noch einfachem Niveau einen Vorteil hat gegenüber den anderen Belohnungsformen.

Etwas eindeutiger sieht das Bild wieder aus, wenn es darum geht, wie schnell die Hunde auf das Komm reagierten. Bei Futter reagierten sie immer schneller als bei den anderen Belohnungsformen. Bei Futter waren die Hunde aus dem Sitz-Bleib im Schnitt doppelt so schnell beim Trainer als bei den anderen Belohnungen. Und das war bei allen getesteten Abstände (1 – 4 m) so. Streicheln schien, wenn auch mit geringem Unterschied zum verbalen Belohnen noch etwas effektiver, um den Hund zu sich zu rufen, in Bezug auf die Schnelligkeit des Kommens.

Insgesamt scheint so wohl das Leckerchen die effektivste Form der Belohnung zu sein. Kritisch anzumerken ist jedoch, so Stanley Coren, dass die Testgruppe der Hunde gerade einmal insgesamt 15 Hunde umfasste. Allerdings ist dieser Versuch mit seinen Ergebnissen zumindest ein Anfang in der Forschung in dieser Richtung und könnte erste Tendenzen aufzeigen.

Quelle: Do Dogs Learn Faster for Food Than Other Types of Rewards?, Stanley Coren, Psychology Today, Juli 2013

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