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Wenn der kleine Mann mal nicht alles fressen und belecken würde, was ihm in die Quere kommt! Es ist wirklich schrecklich, denn ich komme dieser Unart bisher auch kaum bei. Beim Spaziergang im Wald muss man aufpassen wie ein Luchs, dass klein Floppy sich nicht an den Hinterlassenschaften von Fuchs, Marder und Co. gütlich tut, wenn diese auf dem Weg oder am Wegesrand liegen und er sie findet. Seiner Nase entgeht leider kaum etwas, selbst durch Schnee hindurch nicht. Auch die Hinterlassenschaften anderer Hunde verschmäht er nicht, wenn sie seinen Geschmacksvorstellungen entsprechen. Und dann sind da noch Rinden- und Aststücke, die er verdrückt und diverse Früchte, die auf den Wegen liegen, gegenwärtig etwa Vogelbeeren.

So kommt es wie es kommen muss, der junge Mann leidet immer wieder unter Verstimmungen im Verdauungstrakt, der diese Art von ergänzender Ernährung nicht mitmachen möchte. Mittwoch und Donnerstag übergab Floppy sich jeweils einmal nach dem Frühstück. Am Donnerstag wirkte er darüber hinaus sehr unwohl und zog sich in einen Korb zurück an der warmen Heizung. Also ab zum Tierarzt. Mit dem hatten wir in der Vergangenheit vorwiegend wegen ähnlicher Thematiken zu tun, irgendwas mit dem Bauch. Unwohlsein, Erbrechen, breiiger Stuhl auf mehrere Tage, Giardien, Kryptosporidien – haben wir alles durch, teils mehrfach.

Irgendwie ist das Vertrauensverhältnis Floppys zu unserem tollen Tierarzt nicht das beste, leider. Dabei hat er ihm immer nur geholfen und war dabei stets freundlich. Und Leckerchen gab es auch immer wieder. Aber nein, bei Floppy ist er in Ungnade gefallen. Von ihm lassen wir uns nicht behandeln, hat er wohl beschlossen. So quittierte er schon eine Abtastung des Bauches mit bösem Knurren. Er setzte sich hin und zog den Bauch ein. Mit Abtasten war dann nichts mehr. Also das Stethoskop. Damit war dem Tierarzt trotz der Knurrgeräusche mehr Glück beschert. Auch wenn dieses nicht ohne Knurren abging, konnte er darüber hinaus überaus aktive Darmbewegungen hören. Ganz klar, hier war etwas mächtig in Unordnung geraten.

Es gab also zwei Spritzen und zum Mitnehmen vier Tabletten. Als es an die Spritzen ging, drehte und wand der kleine schwarze Dackelkerl sich mit aller Kraft. Glatt wie ein Aal, konnte ich ihn nur halten mittels des Geschirrs. Anders wäre er mir ganz sicher durch die Arme geflutscht und vom Tisch gesprungen (wegen der Höhe keine gute Idee für ein kleines Kurzbein). Also hielt ich ihn feste eingeklemmt zwischen Armen und Körper. Trotzdem überraschte er mich mehrmals mit explosiven Rucken. Bei der ersten Spritze klappte es noch soweit, bei der zweiten aber musste der Tierarzt die Nadel zweimal herausziehen, dass Floppy sich daran nicht verletzte, so heftig zappelte er. Ich verdoppelte entsprechend meine Anstrengungen, ihn irgendwie zu fixieren. So bekam der Tierarzt dann schließlich den Rest der zweiten Spritze in ihn hinein.

Danach durfte mein kleiner Angsthase vom Tisch. Was war er froh darüber. Gefahr vorbei. Ein Leckerchen gab es abschließend zum Trost. Nun ist für die nächsten Tage absolute Schonkost angesagt. Also bekommt er nicht nur abends Reis, sondern auch morgens und beim kleinen Snack am Mittag. Damit sollte sich die Sache wieder regulieren.

Wenn der Kerl die Zusammenhänge wenigstens verstehen würde. Aber das ist ja die Krux mit den Hunden. Sie sind eben nicht verständig so wie wir. Andererseits macht auch das einen Teil ihrer Unbefangenheit aus, das ist Teil ihres einnehmenden Wesens.

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