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Diesen Sonntag waren wir mal wieder verabredet zu einem Spaziergang mit einer Freundin in einem Nachbarort. Auf den Radau, welchen meine Hunde veranstalten, ist sie bereits eingestellt, auch wenn sie sich immer wieder gehörig erschreckt, wenn es unvermittelt losgeht mit der Kläfferei.

Die Strecke, auf welcher wir liefen, ist recht beliebt und entsprechend trafen wir viele Menschen und darunter auch solche mit Hund. Fast alle verunsicherten Floppy und das zeigte er durch Bellen an, teils noch bevor man die Leute richtig sehen konnte. Manchmal war es nur die Bewegung eines hellen Stückes Stoff hinter ein paar Bäumen oder Sträuchern. Die Begegnungen mit anderen Hunden verliefen nach dem üblichen Schema. Floppy oder Little Amiga, je nachdem wer den Hund zu erst erblickte, legte los und der andere stimmte ein. Interessanterweise schaut Little Amiga beim Bellen oft mehr auf Floppy als auf den anderen Hund. Wie immer waren diese Begegnungen anstrengend und ich machte mir auch nicht die Mühe, groß zu versuchen, die Hunde irgendwie ruhig zu bekommen. Es funktioniert ohnehin nicht, kostet nur unnötige Kraft und erledigt sich in dem Moment, wo wir den Hund passiert haben. Unangenehm ist die Sache schon wegen des Lärms und der körperlichen Anstrengung, die Hunde kurz zu halten. Meist ist es einfacher, die anderen passieren zu lassen, als selbst in Bewegung zu bleiben. Letzteres würde die Begegnung zwar verkürzen, kostet aber noch mehr Kraft, da ich ja die Hunde nicht nur halten, sondern auch noch das Gleichgewicht halten muss. Also suche ich eine gute Stelle und bleibe stehen, sobald der andere Hund dicht genug ist.

Nach zig Menschen- und Hundebegegnungen trafen wir dann gegen Ende des Spaziergangs auf einen Mann und seinen Hund, einen Beagle oder vielleicht eine Bracke. So genau konnte ich das nicht sehen. Es brach das übliche Getöse los und da der Mann stand, musste ich passieren. Also zog ich die Hunde neben mir her. Die versuchten, bis auf Yoschi, zu dem anderen Hund zu gelangen. Als wir vorbei waren, wunderte ich mich, warum das Getöse meiner Hunde nicht nachließ und drehte mich um. Der Mann kam uns hinterher, beugte sich vor und streckte die Hand zu meinen Hunden aus, mit dem Handrücken nach vorn und den Fingern nach unten. Sein Hund war ruhig, meine bellten ohne Unterlass. Ich meinte, das bringt nichts, doch er ließ sich nicht beirren. Little Amiga roch an seiner Hand und er strich ihr über den Kopf. Dann wollte er Selbiges bei Floppy versuchen und ich sagte: “Bitte lassen Sie das. Er beißt.” Dabei zog ich Floppy etwas zurück. Er streckte die Hand weiter vor und erwartungsgemäß schnappte Floppy zu. Die Haut war offen geschürft und es blutete leicht. Trotzdem gab der Mann nicht auf. Er schien nicht zu verstehen, dass Floppy Angst hatte vor seinem Hund und vor ihm und dass der Mann mit seinem Hund an seiner Seit, so ruhig auch immer dieser war, keine Chance hatte, das Vertrauen Floppys zu gewinnen. Ich zog Floppy nun entschieden zurück und ging den Weg weiter. Die Freundin redete noch mit dem Mann. Meine Hunde waren weiter nach hinten fixiert und wollten nicht weiter gehen. Ich drehte mich wieder um. Die beiden folgten mir. Ich hatte gehofft, der Mann würde mit seinem Hund einen anderen Weg nehmen. Also ging ich seitwärts ins Gestrüpp, um Hund und Mann vorbei zu lassen. Man müsse es doch versuchen, meinte er da. Ob er den Hund mal Schlagen dürfe, fragte er. Das verneinte ich natürlich. Eine viertel Stunde, so rief er hinüber, dann habe er den Hund friedlich auf seinen Armen. Ich lehnte dankend ab. Zum Glück gab er dann endlich auf und ging weiter. Ich ließ ihn noch ein ganzes Stück ziehen, bevor ich wieder auf den Weg kam und wir unseren Rückweg fortsetzten.

Einem Hund begegneten wir noch. Das war der Hund einer ehemaligen Kollegin und deren Tochter. Wir blieben kurz stehen, nachdem wir sie passiert hatten, um zu reden. Mit dem Getöse meiner beiden Kleinen war das natürlich nicht möglich. Also schnauzte ich Floppy mal richtig kräftig an, dass er in sich zusammenfuhr und es war Ruhe. Manchmal geht das. Grundvorraussetzung war hier, dass wir den Hund bereits passiert hatten. Solange wir andere Hunde nicht passiert haben, funktioniert das leider nicht.

Vielleicht schaffe ich es tatsächlich in den nächsten Monaten mit einem verlässlichen Trainingspartner an Floppys Problem zu arbeiten. Es wäre so schön, wenn Floppy endlich normal mit anderen Hunden umgehen könnte.

Dummerweise fehlt mir momentan auch die Kraft, um mit ihm einzelne Trainingsgänge in der Stadt zu machen. Das kann auch schon etwas helfen.