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Während sich viele andere Hundebesitzer und Hunde auf Begegnungen mit anderen Hundebesitzern und deren Hunden freuen, kann man bei uns vom Gegenteil ausgehen. Ich bin froh, wenn wir auf unseren Spaziergängen möglichst niemandem über den Weg laufen, weder Mensch noch Tier. Bei Tieren ist es auch egal, ob es sich dabei um Haustiere oder wilde Tiere handelt. Alle Sichtungen und Zusammentreffen bedeuten in der Regel Stress und mitunter auch Gefahren, und die wollen wir alle vermeiden.

Also versuche ich, meine Spaziergänge zeitlich und räumlich so zu legen, dass wir möglichst alleine auf weiter Flur unterwegs sind. Das ist allerdings nur zum Teil möglich, denn es gibt immer Faktoren, die nicht zu bestimmen sind. Aber ich kenne die Gewohnheiten einiger meiner Mitmenschen mit Hunden. Da ist zum Beispiel der kleinere Herr, der jeden Morgen gegen acht auf Tour geht mit seinem Benny, einem Hund aus dem Tierschutz aus Ungarn, der laut Herrchen niemandem etwas tut. Letzterer Aussage traue ich nicht so ganz. Dann ist da noch der Herr mit den beiden altdeutschen Schäferhunden, welche die meiste Zeit hinter einem hohen Bretterzaun mehr zu hören als zu sehen sind. Die Herrchen aller drei Hunde gehen morgens oft zusammen und ich weiß, welchen Weg sie nehmen und wann in etwa mit ihnen dort zu rechnen ist. Also heißt es hier, die Zeit gut abpassen und wachsam sein und die Ohren spitzen, falls sie doch mal früher oder später sind. Und dann ist da noch die nette Dame mit ihrem silbernen T4 und vier eigentlich ganz netten Hunden (auch aus dem Tierschutz). Steht der Bus am Waldeingang, heißt es raten, welchen Weg sie wohl gegangen ist. Mitunter zeigen mit die Nasen meiner Hunde den Weg an. Wir gehen dann so, dass wir eine Begegnung mit größtmöglicher Wahrscheinlichkeit vermeiden können. In der Rege bedeutet das, höher in den Berg steigen. Und dann gibt es noch den Herren mit seinen beiden Schäferhunden, von denen einer vor zwei oder drei Jahren in der morgendlichen Dunkelheit aus dem Stachelhalsband rutschte, sich auf Yoschi stürzte und diesen übel zurichtete. Der Mann versucht schon von selbst, niemandem zu begegnen. Doch da auch ich vielfach Ausweichstrecken laufe, kann genau das dazu führen, dass wir aufeinander stoßen.

Direkt um die Ecke bei mir ist ein Tierheim. Yoschi kommt dort her. Jeden ersten und dritten Sonntag verkauft man dort Waffeln und es kommen viele Leute und führen die Hunde spazieren, mehr noch als an den anderen Wochenendtagen. Auch dann heißt es aufpassen und die bevorzugten Routen der Tierheimbesucher, die oft ortsfremd sind, zu meiden.

Zu all diesen möglichen Begegnungen kommen noch die zufälligen mit Hundehaltern, die sich seltener in unser Revier verirren, mit Reitern und Reiterinnen der nahegelegenen Reiter- und Ponyhöfe und mit Spaziergängern. Vor allem bei den Hunden und den Pferden heißt es wieder ausweichen. Wenn die Begegnungen erst auf mehrere Meter absehbar werden, heißt es, nach Ausweichmöglichkeiten zu suchen, abzweigenden Wegen oder Möglichkeiten, ins Gelände zu gehen, um die anderen vorbei zu lassen und meinen Hunden, allen voran Floppy, die Sicht auf Hund, Pferd oder Mensch soweit möglich zu nehmen. Nur dann bleiben die Begegnungen für alle Seiten recht entspannt.

Etwas lästig ist das alles aber schon, denn man möchte schon wirklich entspannt gehen können und nicht ständig auf der Hut sein müssen. Vielleicht komme ich dieses Jahr hier aber endlich weiter, wenn ich mit Floppy Gelegenheit zum Üben von Begegnungen erhalte, so dass er seine Angst verliert oder zumindest zu beherrschen lernt. Bis dahin aber müssen wir weiter Ausweichmanöver fahren.