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Herr Yoschi hat in der letzten Zeit eine seltsame Wandlung durchgemacht. Der eigentlich so freundliche kleine Kerl reagiert seit etwas über einer Woche auf Berührungen extrem aggressiv.

Als er vor etwas über fünf Jahren aus dem Tierheim zu uns kam, hatte er es mit der körperlichen Nähe zu Menschen nicht so sehr. Streicheln war OK, doch Schmusen ließ er überhaupt nicht zu. Durch Knurren zeigte er eindeutig an, dass er es nicht mochte. Vielleicht war er es nicht gewohnt von seiner Vorbesitzerin (und eigentlich ist Schmusen ja auch kein hundetypisches Verhalten, sondern mehr von uns Menschen aufgenötigt und von den Hunden dann toleriert, wenn es gewohnt sind). Mit der Zeit ließ Yoschi dann schon mehr Nähe zu.

Was unangenehme Berührungen angeht, da war Herr Yoschi schon immer etwas empfindlicher als meine anderen Hunde. Einmal beim Scheren im Frühsommer erwischte ich sein Ohr versehentlich. Es blutete leicht. Von da an war das Scheren bei ihm noch unbeliebter als zuvor und das zeigte er deutlich durch Knurren und Zähnefletschen. Leckerchen zur Bestechung reichten danach leider nicht mehr aus. Ohne besondere Vorsicht und gelegentlichen Einsatz eines Maulkorbs konnte ich ihn nicht mehr scheren, ohne meine eigene Sicherheit zu gefährden.

Auch das Ziehen von Zecken gestaltete sich mehr und mehr zum Problem. Ich nutzte lange Jahre eine Zeckenzange. Die klemmte auch immer wieder einzelne Haare mit ein. Zwar wurden diese beim Herausdrehen der Zecken nicht mit herausgezogen, doch war Yoschi das Ziehen an der Haarwurzel scheinbar sehr unangenehm. Fortan zeigte er mir bei jedem anstehenden Zeckenziehen, dass er damit nicht einverstanden war. Je nachdem, wo die Zecke saß, klemmte ich ihn ein zwischen meinen Beinen oder verpasste ihm den Maulkorb. Seit ich nun die Zeckenhaken von O’Tom nutze, geht es wieder besser, da er verstanden hat, dass es absolut nicht unangenehm ist für ihn.

Seit etwas über einer Woche zeigt Yoschi nun ein Verhalten, welches er vorher noch nie gezeigt hat. Will man ihn streicheln, egal wo, zeigt er die Zähne und knurrt und bellt böse. Er beruhigt sich erst, wenn man sich abwendet oder bei mir, wenn ich ihn zu mir rufe. Seine Verhaltensänderung geht einher mit der Rückkehr von Problemen mit der rechten Schulter. Diese Schulter hat schon häufiger Probleme gemacht. Was es genau ist, kann der Tierarzt nicht sagen. Vielleicht ist es ein schlecht verheilter Bänderriss oder gar ein Abriss. Solange Yoschi diese Schulter nicht zu sehr belastet, ist alles gut. Rennt er zu oft die Treppe aus meiner Etage hinunter in die meiner Eltern, kommen die Probleme schnell wieder. So war er dann wieder etwas am Humpeln bei den Spaziergängen. Aber er hielt sich wacker, auch bei längeren Gängen. Dann aber fing er sein aggressives Verhalten bei Berührungen an.

Ein besseres Bild war nicht möglich als er mir mal wieder die Zähne zeigte, nachdem ich versucht hatte, ihn zu streicheln.

Nun ist absolute Schonung angesagt für ihn. Er darf nur kleine Runden gehen in dieser Woche. Vor seinen Lieblingssessel habe ich zwei alte Sofakissen gelegt, dass er eine Stufe hat, um ohne Springen hinunterzugelangen. Meine Treppe kann ich nicht sperren wegen der anderen Hunde. Yoschi halte ich aber ab, hinaufzukommen. Das Problem mit der Treppe ist eigentlich nicht das Hinauflaufen. Ich würde ihn heruntertragen, doch leider aber ist es schwierig, ihn jedes Mal zu erwischen, bevor er selbst hinunterläuft. Nun überlege ich, wie ich ihn am besten am Hinterlaufen hindern kann.

Sein Verhalten ist wieder etwas entspannter geworden. Aber trotzdem wurde er auch heute wieder richtig böse als ich ihn mit beiden Händen an den Ohren kraulen wollte. Ob ihm vielleicht noch an anderer Stelle etwas schmerzt? Die Ohren habe ich auf Schwellungen der Lymphdrüsen unter den Ohren abgetastet, konnte aber nichts fühlen. Es bleibt nichts als erst einmal abzuwarten und weiter zu schonen. Mit der Zeit wird es dann hoffentlich wieder besser.

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