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Yoschis Verhalten ist mir weiterhin ein Rätsel. Er geht mir aus dem Weg, will nicht angefasst werden und zeigt mir die Zähne, wenn ich ihn dann doch anfasse. Selbst streicheln will er sich nicht lassen. Zuweilen kommt er und wedelt, streicht um mich herum, doch anfassen ist trotzdem nicht erwünscht. Selbst beim Anlegen und Abnehmen seines Brustgeschirrs wurde er dann irgendwann richtig böse, dass ich seinen Kopf festhalten musste, um mich vor ihm zu schützen. Ich versuchte es sogar mit Beschwichtigungsgesten, um ihn zu beruhigen. Nichts, es wirkte so gut wie gar nicht.

Nachdem ich Yoschi wegen der rechten Schulter ein paar Tage lang nur auf kleinere Spaziergänge auf ebenem Gelände mitgenommen hatte, klangen die Schmerzen wieder ab. Er humpelt nun nicht mehr. Schmerzen in der Schulter können nun zumindest nicht erklären, warum er sich nicht anfassen lassen will.. Also fuhr ich mit Herrn Yoschi zum Tierarzt, um ihn eingehend untersuchen zu lassen. Vielleicht, so dachte ich, hat er noch etwas Anderes.
Als ich zu ihm sagte, “Autofahren”, war er begeistert wie immer und konnte es kaum abwarten, ins Auto zu kommen. Er war wie ausgewechselt. Ich konnte ihn anfassen, streicheln, alles, als wir vor dem Tierarzt warteten und er im Auto saß und ich auf der Klappe bei ihm. Der Tierarzt schaute sich die Augen an, die Zähne, die Ohren, tastete die Wirbelsäule ab, überprüfte die Gelenke der Beine und hörte ihn ab, doch er fand nichts Auffälliges (zum Glück). Er nahm dann auch Blut ab, um auf etwaige Entzündungen zu prüfen. Das Ergebnis sollte am Dienstag da sein. Die Untersuchungen schließen eine körperliche Ursache für Yoschis verhalten eigentlich aus. Das Blutbild wird sicher auch keine Auffälligkeiten zeigen.

Ich vermute nun, dass sein seltsames aggressives Verhalten beim Berühren oder Anfassen mit dem Schmerz in der Schulter anfing. Er brachte den Schmerz wohl mit dem Angefasstwerden in Verbindung. Irgendwie hat er das dann aber generalisiert, so scheint es. Sein Verhalten macht – zumindest aus meiner Sicht – keinerlei Sinn.

Dafür spricht auch, dass er als ich ihn gestern mit dem Auto mit in den Baumarkt nahm, wieder komplett wie ausgewechselt war. Sein Verhalten war so, wie es vor der Veränderung war. Ich konnte ihn ohne Probleme überall anfassen und streicheln. Er zeigte dabei keinerlei Anzeichen, dass er dieses nicht mochte.
Ein weiterer Beleg dafür, dass sein Verhalten wohl eher ein psychologisches Problem darstellt, ist die Begebenheit, welche den Titel dieses Beitrags begründet. Wir waren spazieren, Yoschi, Little Amiga und Floppy. Wie auf den meisten Spaziergängen in den Wald hatte ich beim Erreichen des Waldes, Yoschi von der kurzen Leine an die Flexi-Leine gewechselt. Das ist angenehmer für alle wegen seiner endlosen Schüffelei und Markiererei. Zum Ende des Spaziergangs, bevor wir wieder in den Ort gehen, wechsle ich die Leinen bei Yoschi wieder. Es ist einfach sicherer, wenn er im Ort an der kurzen Leine ist. Yoschi hatte ein paar Pflanzenteile im Bart. Die entfernte ich. Er hielt still aber ich sah, dass es ihm nicht sonderlich gefiel, obwohl nichts an den Haaren zupfte oder ähnlich. Ich weiß, wie empfindlich er ist und bin entsprechend vorsichtig. Danach klinkte ich die kurze Leine ein und streichelte ihm über den Kopf. Er ließ es zu, auch wenn er es nicht zu genießen schien. Dann griff ich mit der rechten Hand nach dem Verschluss der Flexi-Leine, um diese zu lösen. Yoschi drehte dabei den Kopf nach links zurück und packte mich wütend in die rechte Hand und hielt auch einen Moment fest, während ich völlig überrascht von seiner Handlung und vom Schmerz die Hand zurückzog. Er ließ los. Die Hand blutete. Einen Schorf auf dem Handrücken hatte er aufgerissen und mich knapp oberhalb des Daumennagels erwischt. Ich schrie ihn an, so böse war ich danach. Als ich die Flexi-Leine dann ausklinkte, hielt ich seinen Kopf zur Sicherheit fest. Zu Hause zeigte er mir sofort wieder die Zähne knurrte mich an und bellte böse als ich ihm das Brustgeschirr abnehmen wollte. Mit dem Schuh drückte ihn ihn weg von mir. Dann baute ich mich vor ihm auf und wurde sehr laut und deutlich. Er wurde recht kleinlaut und ließ mich, wenn unter einem leichten Grummeln, das Geschirr abnehmen.

Heute früh war ich, nach dem Erlebnis von gestern, zu Beginn doch etwas verunsichert. Wenn man den Hund so gar nicht mehr richtig einschätzen kann, ist das im Umgang nicht so angenehm. Ich ließ mir nach den ersten Sekunden aber nichts anmerken und es schien, als habe mein Donnerwetter von gestern noch nachgewirkt.
Dem Gefühl nach bekomme ich die Sache nur in den Griff, wenn ich ihm deutlich zeige, wo der Hammer hängt. Anders werde ich ihn aus dieser Nummer wohl nicht heraus bekommen. Aber vielleicht hat noch irgendjemand eine Idee oder ähnliche Erfahrungen gemacht?

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