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Richtig kerngesund war Herr Yoschi schon seit einiger Zeit nicht. Schon seit längerer Zeit trank er vermehrt. Die Ursache konnte mein Tierarzt trotz intensiver Bemühungen nicht ermitteln. Einzig ein erhöhter Leberwert konnte ausgemacht werden. Wir stellten zeitweise die Ernährung etwas um auf eine Leberschonkost und auch danach achtete ich darauf, dass er beim täglichen Kauartikel immer etwas leichter verdauliches bekam.

Am Sonntag schien zunächst alles wie gewohnt. Wir waren am Morgen in der Früh eine gute Runde im Schnee spazieren. Danach gab es Futter und gegen zehn gab es was zu knabbern. Herr Yoschi bekam ein Stück Rindersaumsehne, während die beiden anderen ein Stück Ochsenziemer bearbeiten durften. Rindersaumsehnen sind recht weich sollten auch gut verdaulich sein. Da Yoschi vor den anderen fertig war, gab ich ihm noch einen Mini-Kauknochen von Lukullus. Etwas später dem Mittagessen, bei dem Herr Yoschi etwas ungewürztes Gemüse bekommen hatte, musste er sich im Garten übergeben. Wir gingen dann spazieren. Irgendwie schien Herr Yoschi dabei aber nicht so gut drauf. Als ich ihm unterwegs ein Belohnungshäppchen anbot, verschmähte er dieses, was sehr ungewöhnlich für ihn ist. Wieder zu Hause übergab er sich noch mehrere Male. Futter wollte er keines. Er nahm gegen Abend immer wieder Wasser auf und musste sich dann erbrechen. Also stellte ich irgendwann das Wasser weg. Er machte mir gar keinen guten Eindruck. Ständig hechelte er und als ich die Temperatur nahm, hatte er mit 39,7°C etwas Fieber. Ich überlegte, ob ich den Tierarzt anrufen sollte. Aber es war schon spät und ich dachte, warten wir mal bis Montagmorgen ab. 

Die Nacht war unruhig. Yoschi wollte mehrfach hinaus. Nur einmal musste er etwas Wasser lassen einmal war es ein kleines Häufchen. Sonst leckte er nur Schnee und stand herum. So waren wir bestimmt vier- oder fünfmal draußen in der Nacht. Einmal nahm ich Probenröhrchen mit und nahm eine Kotprobe für den Tierarzt und eine Probe vom Erbrochenen. Im Garten konnte ich ihn ohne Widerspruch von seiner Seite hochnehmen und wieder hinein tragen. Das war so gar nicht der Yoschi, wie er sich zuletzt gegeben hatte, so richtig böse, wenn man ihn nur falsch ansah.

Morgens bevor ich mit Floppy und Little Amiga zum Spaziergang aufbrach, brachte ich Yoschi in die Wohnung meiner Eltern. Er machte mir gar keinen guten Eindruck. Vor allem er fasste sich seltsam an. Das heißt, er war irgendwie nicht so warm und angespannt wie sonst, sonder kühler und schlaffer. Es war klar, er musste dringend zum Tierarzt, denn schon dem Augenschein nach war zu erkennen, dass er sehr krank war. Da ich selbst auch in die Klinik musste zur Kontrolle, bat ich meine Mutter, mit ihm zu fahren. Am Abend war ich dann selbst mit ihm noch einmal beim Tierarzt.

Den ganzen Tag über wollte Yoschi immer wieder in den Garten, um sich in den kalten Schnee zu legen. Wasser und Futter verweigerte er konsequent.

Der Tierarzt erläuterte mir am Abend dann noch einmal seine Befunde und die sind leider gar nicht gut. 

  • Die Leberwerte sind so schlecht wie noch nie.
  • Die Nierenwerte sind schlecht.
  • Der Phosphatwert ist viel zu hoch, da überschüssiges Phosphat nicht ausgeschieden wird.
  • Es befindet sich irgendetwas im Magen, etwa so lang wie ein kleiner Finger, vermutlich noch ein Stück vom Kaugegenstand vom Sonntagmorgen.
  • Im Darm ist ein Stück geschwollen und es befindet sich Luft im Darm
  • Die Zahl der Leukozyten ist mit 22 deutlich zu über dem Normal (6-12)
  • Der CRP Wert deutet auf eine bakterielle Infektion hin.
  • Es konnte im Blut Borrellose nachgewiesen werden.
  • Das Herz hat eine Rhythmusstörung (die vor wenigen Wochen beim Impfen noch nicht da war). Wo beim gesunden Herzen nach einigen Schlägen ein quasi halber Schlag wäre, sind bei Yoschi mehrere schnelle kurze Schläge.
  • Die Durchblutung ist nicht gut. Deswegen sind die Unterbeine, die Füße und die Ohren recht kühl (und der Tierarzt hatte Probleme Blut zu bekommen für die Laborwerte).

Er hat dann etwas gegen die Übelkeit gespritzt, in der Hoffnung, dass Yoschi dann wieder etwas zu sich nimmt. Außerdem hat er ein pflanzliches Mittel gegeben, welches die Aktivität der Nieren anregen soll, so dass sie die Abbauprodukte ausscheiden kann. Und dann gab es noch ein Antibiotikum gegen die Borreliose. Wegen des Flüssigkeitsdefizits gab es dann morgens und abends noch Flüssigkeitsdepots unter die Haut gespritzt. Die Flüssigkeitsgaben auf diese Art und Weise müssen wir fortsetzen bis Yoschi wieder von sich aus trinkt und das Wasser auch bei sich behalten kann. Mein Tierarzt hat eine Blutprobe an ein Labor geschickt, um zu sehen, ob die Herzrhythmusstörung über einen bestimmten Wert nachzuweisen ist. Sollte das nicht der Fall sein, ist die Störung eher durch das gegenwärtige Gesamtbefinden verursacht.

Insgesamt, so der Tierarzt, war er schon extrem überrascht, dass Yoschi mit einem Mal an so vielen Stellen so massiert Probleme hat. Ob er es schaffen wird, ist nicht abzuschätzen. 

Zunächst will der Tierarzt nun die Übelkeit in den Griff bekommen und danach kann er die anderen Probleme angehen. Man kann dem kleinen Herrn Yoschi nur die Daumen drücken und hoffen, es geht noch einmal gut.