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Es war einfach zu viel zusammengekommen bei dem kleinen Herrn Yoschi, die Borreliose, die schlechten Leber-  und Nierenwerte, die Infektion und die Probleme mit dem Herzen. Ganz plötzlich und unvermittelt war es über ihn hereingebrochen. Manches hat sicher schon länger irgendwo unter der Oberfläche gelauert. Und optimistisch stimmte das alles leider nicht.

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Ein Bild vom Spaziergang am 25. Januar

Wir waren gestern Abend noch einmal draußen im Garten gewesen vor dem Schlafengehen. Er lief ein paar Schritte in den Schnee und ließ sich hineinplumpsen. Also hob ich ihn wieder heraus aus dem Schnee und wir gingen nach oben. Ich legte ihn auf den dicken Wollteppich, wo er liegen blieb und wieder ein wenig hechelte, als wäre ihm viel zu warm. Dann legte auch ich mich ins Bett. Die Nacht über hörte ich nichts von ihm. Er muss einen recht ruhigen Schlaf gehabt haben. Morgens wurde ich dann um halb sechs wach. Ich hörte, wie er immer wieder zusammenzuckte. Also stand ich auf und sah dann, wie der Oberkörper in regelmäßigen Abständen seltsam zuckte. Ich sprach Yoschi an, bekam aber keine Reaktion. So hob ich ihn auf und legte ihn auf sein Schlafkissen, deckte ihn zu und massierte unter der Decke seinen Körper. Wie am Abend zuvor waren die Beine etwas kälter. Der Körper war aber normal warm. Yoschi atmete regelmäßig aber nicht sehr tief. Unter meiner Massage entspannte er sich dann und die Zuckungen ließen nach. Er lag nur da und bewegte sich kaum. Ich kann nicht einmal sagen, ob er mich überhaupt noch wahrnahm. Exakt um 5:45 Uhr klingelte der Wecker am Smartphone und ich nahm kurz die Hände von ihm, um den Wecker auszustellen. Als ich mich wieder umdrehte, sah ich, wie sich Yoschis Vorderbeine etwas entspannten. Er hatte seinen letzten Atemzug getan und war tot.

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Der tote Herr Yoschi auf seinem Kissen

Yoschi war im letzten halben Jahr mit seinem veränderten Wesen nicht immer einfach gewesen. Aber trotz allem war er ein Hund mit einem tollen Charakter, freundlich und verspielt bis zum Schluss. Auch wenn ich traurig bin, ihn so früh verloren zu haben mit gerade einmal zwölfeinhalb Jahren, so bin ich doch unendlich erleichtert, dass er nicht lange leiden musste. Dank der Hilfe des Tierarztes hatte er keine Schmerzen und litt nicht weiter unter Brechreiz. Noch am Sonntagnachmittag war er mit Spazieren gewesen und am Morgen hatte er sich noch behaglich und zufrieden auf dem Rücken auf dem Teppich gewälzt. Erst ab dem späteren Sonntagnachmittag war es ihm dann nicht mehr so gut gegangen. Am Montag hatte ihm der Tierarzt bereits erstmals Erleichterung verschafft und am Abend noch einmal nachgelegt. Als ich ihn dann heute morgen sah, war klar, dass es keine Zukunft mehr gab für ihn. Ich dachte schon, ich müsste ihn dann heute einschläfern lassen. Termin hätte ich ohnehin gehabt beim Tierarzt. Aber dann hat Herr Yoschi den Weg über die Regenbogenbrücke alleine gefunden. Und nach den schlimmen Erfahrungen mit Jackie und der wohl nicht sehr guten Entscheidung bin ich ihm dankbar.

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Ein Yoschi Selfie gestern beim Tierarzt, das letzte Foto, das ihn lebend zeigt

Ich sprach dann noch einmal mit dem Tierarzt heute früh und schilderte ihm, was ich eben beschrieben habe. Er meinte, nach allem, was er aus den Befunden ableiten kann, war es ein Tod durch Herzversagen. Es ist einfach alles zu viel geworden zum Schluss. Die Nierenprobleme könnten schon zu leichten Vergiftungserscheinungen geführt haben. Das Herz war durch die Borreliose vermutlich vorgeschädigt. Dann noch die Infektion und die hohe Leukozytenzahl und das alles zusammen konnte das angeschlagene Herz nicht mehr bewältigen. Es war ohnehin bei der gesamten nicht sehr günstigen Konstellation fraglich, ob man noch eine Chance gehabt hätte, Yoschi wieder auf die Beine zu bringen.

Insgesamt hat der kleine Herr Yoschi in seinen Jahren hier bei mir eine gute Zeit gehabt. Sicher war er mit dem Verhältnis der anderen Hunde zu ihm nicht immer glücklich, angefangen bei Jackie, die immer wieder Eifersucht und Futterneid zeigte, bis zu Little Amiga, die ihn beständig unterbuttern wollte, und Floppy, der meinte, ihm den Rang streitig machen zu müssen. Manchmal fühlte er sich vielleicht auch als drittes Rad am Wagen, wenn ich mit den Kleinen spielte. Er war nicht immer einfach einzubeziehen. Aber ich nahm mir regelmäßig Zeit nur für ihn. Und das genoss er sehr.

Nach seiner Zeit im Tierheim war er hier angekommen und wurde geliebt. Es waren schöne Jahre, eine wunderbare Zeit. Wir haben viel gemeinsam erlebt. Danke lieber kleiner Yoschi. Wir sehen uns wieder.

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Der kleine Floppy traut sich endlich näher an Yoschi heran, nachdem ich ihn mit Futterbröckchen gelockt habe. Auch er muss Abschied nehmen.