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Vor genau fünf Wochen lag der kleine Herr Yoschi tot auf seinem Kissen und ich baute mit meinem Neffen noch vor dem Mittagessen einen kleinen Sarg und am Nachmittag begrub ich ihn dann in meinem Garten.

Jeder, der einen geliebten Hund verloren hat, kennt das Gefühl. Es ist als wäre der Hund noch irgendwo in der Nähe. Fast erwartet man, ihn an den gewohnten Plätzen zu finden oder ihn um die Ecke kommen zu sehen. Leider aber ist da nichts, zumindest nicht in der physischen Welt, in der wir uns bewegen. Über etwaige andere Bereiche kann ich mangels Erfahrung nichts sagen.

Es bleibt die Erinnerung, die wir in uns tragen, und die Erinnerungsstücke, welche verblieben sind, der Fressnapf, das Halsband, das Geschirr, die Leine, das Lieblingsspielzeug, die Ruheplätze und darüber hinaus Fotos und vielleicht auch Videos.

Ich für meinen Teil ließ eines meiner Lieblingsfotos von Yoschi auf Leinwand drucken und außerdem gestaltete ich mit einer Auswahl aus den etwa 1.400 Fotos, welche in den sechs Jahren, die Yoschi bei mir war, entstanden sind, ein schönes Fotobuch (Link zu einem Blick ins Buch bei Blurb). Auch wenn ich alle Bilder in digitaler Form habe, mag ich so ein Buch gerne. Man hat etwas in der Hand.

Die vielen Bilder sind letztlich Krücken für unsere Erinnerung, jedoch eine gute Hilfe, um das Bild und die Momente lebendig zu halten. Es verblasst im Laufe der Zeit ja doch so vieles. Die Erinnerungen an die drei Hunde vor Jackie und Yoschi sind bei mir doch arg verblasst und verschwommen mit den vielen Jahren seit sie gegangen sind. Ich habe auch nur wenige Fotos aus jener vordigitalen Zeit. Natürlich erinnere ich mich noch an sie, doch ich muss mein Gedächtnis schon sehr bemühen, um einzelne Momente wieder lebendig werden zu lassen, sofern es mir überhaupt noch einigermaßen gelingt.

Für mich ist es deswegen heute sehr wichtig, viel aus meinem Leben mit meinen Hunden digital festzuhalten. Noch wichtiger ist es natürlich, möglichst bewusst und intensiv mit meinen Hunden zusammenzuleben, jeden Augenblick zu genießen und mir auch so viel Zeit mit den Hunden zu gönnen, wie geht. Das Leben ist voll von Dingen, die auf uns einströmen, voll von Verpflichtungen. Aber wenn ich eines gelernt habe aus den vergangenen drei Jahren meines Lebens und dem Tod zweier Hunde in dieser Zeit, dann ist es vor allem eines:

Es gibt nichts Wichtigeres als den Moment zu leben und die Zeit nicht mit belanglosen Nichtigkeiten zu verschwenden. Unser Leben sollte uns und denen gehören, die uns wichtig sind.

Eigentlich hatte ich gar nicht vor, jetzt über dieses Thema zu schreiben. Doch ein Facebook Beitrag von Sylvia Raßloff mit einem Link zu einem Text von ihr “Zeit des Abschieds…“ brachte mich noch einmal auf das Thema.

Den Text kann ich als Lektüre nur empfehlen, denn es geht um das Thema Abschiednehmen von unseren Fellnasen. Irgendwann kommt der Zeitpunkt, auch wenn man es im Alltag gerne verdrängt. Und dann wenn es auf einmal so weit ist bzw. der Hund gegangen ist, dann kommen die Fragen hoch. Haben wir alles richtig gemacht, hätten wir nicht und warum habe ich nicht …