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Wie man bei meinen Posts hier unschwer erkennen kann, beschäftigt mich das Thema Tierschutz ungemein. Nicht ohne Grund war Yoschi ein Tierheimhund und sind Little Amiga und Floppy aus dem Tierschutz.

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Copyright Text & Bild: Sylvia Raßloff www.tiere-verstehen.com
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Manche Tage denke ich, es ist vielleicht besser, nicht auf Facebook zu gehen, denn dort begegnet mir, abgesehen von einigen E-Mails von Tierschutzorganisationen, das meiste Leid. Was man sieht, hängt letztlich von den Leuten ab, denen man folgt und den Themen, die man mit einem Like versieht. Bei mir ist es eben das Thema Hunde und Tierschutz. Und so strömen dort die vielen Beiträge auf mich ein, in welchen Hunde, die aus den Tötungen vor allem in Spanien, Portugal, Ungarn und Rumänien gerettet wurden, nach einem Zuhause suchen. Geschildert wird auch immer wieder die Situation vor Ort und die Arbeit der Helfer. Futter und Geld für die Unterbringung und tierärztliche Versorgung sind immer knapp und pausenlos wird man um Unterstützung gebeten.

Mein Problem ist, ich fühle mich irgendwie immer direkt angesprochen. Klar, dass ich gerne helfen möchte und helfe, wo ich kann mit meinen begrenzten Möglichkeiten aus der Ferne. Doch es bleibt immer ein Gefühl, nicht genug getan zu haben. Mittlerweile ist es schon soweit, dass ich ich oft dabei ertappe geplante Anschaffungen gegen den Tierschutz aufzuwiegen in Gedanken. Sollte ich nicht besser verzichten und dafür dem Tierschutz mehr Unterstützung zukommen lassen?

Sicher ist es gut, wenn man seine Kaufentscheidungen wohl abwägt, gedankenloser Konsum ist einfach nur dumm, füllt unser Lebensumfeld mit unnötigen Dingen an, zerstreut vielleicht aber macht nicht glücklich. Doch selbst wenn ich mein Leben als Asket in totaler Enthaltsamkeit lebte, könnte ich die verlorenen Hundeseelen der Welt nicht retten durch meine Spenden. Also muss ich für mich den Weg finden, auf dem ich mit meinen Mitteln in einem vernünftigen Rahmen das meiste bewirken kann. Außerdem habe ich mir in der Zwischenzeit einen Ausspruch aus dem Talmud zu eigen gemacht, der auch ein wenig im Text im Foto oben anklingt.

Wer auch immer ein einziges Leben rettet, der ist, als ob er die ganze Welt gerettet hätte

Babylonischer Talmud Traktat Sanhedrin 37a

Auch Kleinigkeiten können einen riesigen Unterschied machen. Das sollte man sich immer wieder vergegenwärtigen und mir hilft dieser Ausspruch dabei. Gelingt es mir mit meinen Mitteln, ob Spende oder Verbreiten von Informationen, auch nur ein Hundeleben zu retten, dann bedeutet dieses die Welt für dieses eine Leben. Welche Wirkung die eigene Hilfe hat, erfährt man nicht immer direkt, es sei denn man bezahlt eine Pflegestelle für einen Hund bis er eine Familie gefunden hat. Dass aber auch die kleine Geld- oder Futterspende wirkt, sieht man daran, dass die jeweilige Tierschutzorganisation weitermachen kann und neue Hunde vor dem sicheren Tod in einer Tötung rettet. Und so kann dann die eigene kleine Spende vielleicht die entscheidende gewesen sein, die es ermöglichte, noch einen weiteren Hund aus der Tötung zu holen.

Leider sehen das viele Menschen nicht. Viele, auch kleine Tierschutzorganisationen, haben oft hunderte oder gar tausende von Leuten, die ihnen auf Facebook folgen. Würde alle diese Leute mit kleinen Spenden helfen, sei es eine Geldspende über 2 € oder eine kleine 3 € Futterspende über den Tierschutz-Shop, dann könnte dieses Berge versetzen. Leider aber geschieht dieses nicht. Mehr als ein Like haben die Menschen nicht über. Damit bekunden sie sicher eine moralische Unterstützung, den Tieren helfen sie damit jedoch nicht. Es würde auch helfen, wenn zu vermittelnde Hunde mehr geteilt würden, doch das macht schon wieder etwas Arbeit. Man muss einen eigenen Text hinzufügen.

Für mich selbst ist immer klar, ich werde helfen, wo ich kann und wie ich kann. Ich lebe vegan und für mich ist das die einzige Konsequenz, und wenn ich damit so oft wie möglich auch nur wieder und wieder ein einziges Leben rette …

Mehr zum Talmud auf talmud.de: http://www.talmud.de/tlmd/haeufige-fragen-zum-talmud/

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