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Man liest überall davon. Es scheint, dass die Zahl derer, welche ihre Abneigung gegenüber Hunden nur noch durch Auslegen von Giftködern ausdrücken können, zunimmt. Ich denke, Hundehalter sind zu einem gewissen Teil auch selbst nicht ganz unschuldig an der Situation.

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Copyright Text & Bild: Sylvia Raßloff www.tiere-verstehen.com
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In den vergangenen 25 Jahren hat die Zahl der Hunde in Deutschland deutlich zugenommen. Waren es zum Beispiel 2000 noch gerade 5 Mio. Hunde in deutschen Haushalten, so steigerte sich diese Zahl bis 2013 schon auf knapp 7 Mio,, Tendenz weiterhin steigend. Leider lassen sich online keine Statistiken zur Anzahl der Hunde vor 2000 finden. Dreht man den Trend von 2000 – 2013 jedoch um, so dürfte sich die Zahl der Hunde in Deutschland in den letzten 25 Jahren etwa verdoppelt haben. Das würde sich auch mit meinem persönlichen Eindruck decken, wenn ich die Zahl der Hunde in meinem Dorf von vor 25 Jahren mit der aktuellen Zahl vergleiche.

Ich denke, die große Zahl der Hunde selbst ist nicht unbedingt das Problem für Hundehasser, sondern eher ihre Menschen. Mit der gestiegenen Zahl der Hundehalter haben aber wohl auch die Probleme mit den Nicht-Hundehaltern zu genommen. Wenn Hundehalter ihre Hunde ständig im Garten bellen lassen und nicht darauf achten, wo die Hunde ihr großes Geschäft verrichten bzw. die Hinterlassenschaften einfach liegen lassen, wo andere daran Anstoß nehmen. Eine derartige Nachlässigkeit wird von vielen Nicht-Hundehaltern als rücksichtslos empfunden, zu recht auch. Und wenn dann solch kurzsichtig handelnde Hundehalter auch noch unbelehrbar sind oder gar aggressiv reagieren, wenn sie auf die Missstände angesprochen werden, kann es wohl sein, dass der ein oder andere zu äußersten Mitteln greift, um seinem Frust und Hass auf Hunde(-Halter) Luft zu machen. Dass man dabei vielleicht auch andere trifft, die sich mit ihren Hunden sehr rücksichtsvoll verhalten, wird von solchen Menschen entweder nicht mit eingerechnet, einfach billigend mit in Kauf genommen oder sogar beabsichtigt.

Es gibt nichts Schlimmeres als wenn ein Hund elendig an einem Giftköder zugrunde geht oder an verschluckten Rasierklingenstücken, Glasscherben oder Nägeln qualvoll verendet. Bisher ist mir solches zum Glück erspart geblieben. Doch es gehört auch zu meinen größten Ängsten. Ich passe auf, weiß aber auch, dass das manchmal nicht ausreicht. Wie im Bild oben angesprochen, bekommt die Vergiftung eines Hundes durch einen Giftköder noch einmal eine besondere Tragik, wenn dieser aus einer Tötung gerettet wurde und damit dem Tod schon einmal von der Schippe gesprungen ist. Aber egal, welchen Hund so etwas trifft, es ist in jedem Fall eine Tragödie.

Bildquelle: Hündin fraß Nagel-Köder – Notoperation : Hundebesitzer in Angst; WDR Dortmund; 13.10.2014

Deswegen gibt es nur eine Strategie, ein verantwortungsvoller Hundehalter zu sein, dem Hund das Bellen im Garten abgewöhnen oder ihn hereinrufen, wenn er Radau macht. Hinterlassenschaften vom großen Geschäft sollte man innerhalb von Ortschaften immer mit einem Beutel aufnehmen und in der nächsten Mülltonne entsorgen, Auch außerhalb von Ortschaften gibt es Stellen, wo es nicht erwünscht ist, dass unsere Hunde sich mit einem Haufen verewigen. Das sind Viehweiden oder Wiesen, die für Tierfutter gemäht werden, Parkanlagen, Wanderstrecken und ähnlich. Jeder Hundehalter sollte hier in der Lage sein, eine angemessene Entscheidung zu treffen.

So können wir alle dazu beitragen, dass Nicht-Hundehalter zu Hundehassern werden und im Extremfall Giftköder auslegen. Wer das als Hundehalter nicht einsieht, der steigert das Risiko für den eigenen Hund aber auch viele andere Hunde im Umfeld, Opfer von Giftködern zu werden. Das muss nicht sein.

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