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Vom WDR gibt es jetzt ein kleines Video, in welchem recht gut dargestellt wird, was es eigentlich bedeutet, Hunde zu führen. Gezeigt werden am Beispiel mehrerer Hundehalter mit kleinen Hunderudeln, worauf es ankommt, wenn man seine Hunde unter Kontrolle haben will. Als Experten sind dabei der Wolfsforscher Günther Bloch und Hundetrainer Mirko Tomasini.

Was bei ein oder zwei Hunden oft noch so gerade geht, klappt oft bei drei und mehr Hunden nicht mehr. Ein vernünftiger Spaziergang ist nicht mehr möglich. Für viele Halter in dieser Situation bleibt dann nur noch die Lösung, nicht mehr mit allen gemeinsam zu gehen, sondern die Hunde in Gruppen auszuführen. Einer der Hundehalter, ein Mann mit vier weißen Schäferhunden, einem Huskymix und einem kleinen Mischling hatte sich schon seine Gedanken gemacht über die Rudelstellung seiner Hunde. Er hatte von den sieben genetisch vorprogrammierten Stellungen gehört, die auch einmal Maja Nowak vertreten hatte. Eine Zeit lang fand ich das auch recht ansprechend, bin dann aber davon abgekommen. In der Fachwelt ist das auch sehr umstritten. Der Wolfsexperte Günther Bloch machte dem Hundehalter gleich klar, dass dieses Konzept Unsinn ist. Das bedeute aber nicht, es gebe keine Rudelstellungen. Die sind jedoch nicht von den Genen her vorgegeben, sondern von Alter, Geschlecht, Erfahrung und Zusammensetzung des Rudels. Es wurden dann mehrere Übungen gemacht, durch die der Hundehalter einmal sah, wo es fehlt, er aber auch Anleitung bekam, wie er die Führung übernahm. Mirko Tomasini betonte, dass es wichtig sei, die Führung möglichst schnell zu übernehmen. Etwas Aggressivität ist dabei erlaubt, denn die sei natürlich. Je länger man jedoch warte, bis man die Führung übernehme, umso mehr käme dann Wut hinzu und die sei nicht hilfreich.

Es war auch der Fall einer Frau dabei, der mich ein wenig an meine Situation erinnerte. Diese Frau hatte lange Jahre zwei Hunde und es gab keine Probleme. Dann kam ein dritter Hund hinzu, auch nur ein kleiner Hund wie die anderen beiden, und seither klappt es nicht mehr. Der neue Hund hat Angst vor anderen Hunden und bringt damit alles durcheinander. Von den Trainern lernte die Frau, wie sie ihrem Angsthund zeigt, dass sie die Führung hat. Danach konnte sie mit ihren Hunden an anderen Hunden vorbei gehen. Der Angsthund behielt diese zwar im Auge, verließ sich aber auf sein Frauchen und lief ordentlich nebenher.

Was meine eigenen Probleme mit Little Amiga und Floppy angeht, so bin ich mir recht sicher, dass sie stark in unzureichender Führung begründet sind. Floppys durch Unsicherheit bedingtes Verhalten, welches bei Begegnungen mit anderen Hunden und manchmal auch Menschen in Kläfferei und Zerren in Richtung der Quelle der Unsicherheit mündet, könnte sich durch bessere Führung durch mich vermutlich auch deutlich reduzieren. Und bei Little Amiga ist das noch offensichtlicher. Sie zeigt in ihrem gesamten Verhalten, dass sie immer wieder das Kommando übernehmen will oder glaubt, es zu haben. Wenn wir spazieren gehen, reagiert sie an der Leine zwar recht gut auf meinen Abruf und kommt zu mir. Das war es aber auch schon. Ihre Aufmerksamkeit gilt primär der Umgebung und den Reizen dort.

Den Filmbeitrag finde ich, auch wenn er nicht in die Tiefe geht, was in der kurzen Zeit so auch nicht möglich ist, trotzdem sehr gut und nützlich, da er zumindest gut aufzeigt, worauf es ankommt.