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Begegnungen mit Hunden finden für Floppy vor allem aus der Ferne statt, da er noch immer große Probleme hat mit der sozialen Interaktion. Fremde Hunde stellen grundsätzlich eine Bedrohung für ihn dar und er reagiert dann mit Bellen und Ziehen an der Leine auf sie. Alles worauf er von meiner Seite reagiert, ist ein lautes “Nein”. Dann schaut er zu mir und bellt mich an, wobei es ausschaut, als ob er etwas von mir erwartet, irgendwie so nach dem Motto, “Mensch, tu was! Da ist doch ein anderer Hund, der bestimmt gefährlich ist.” Da wir Distanz halten, brauchen weder er noch ich in Bezug auf den anderen Hund aktiv werden. Das ist auch besser so. Es gab da mal vor Monaten den Zwischenfall mit dem dreibeinigen kleinen Hund, der sich todesmutig auf Floppy stürzte und dann von diesem aufs Kreuz gelegt wurde. Sonst hatten wir bisher Glück.

Diese Woche waren wir an einem Nachmittag auf dem Weg in den Wald als wir vor uns, noch im Dorf, einen jungen Mann mit Hund sahen. Der Hund war ohne Leine. Er sah uns, kehrte um und kam langsam zu uns zurück. Floppy und Little Amiga hatten ihn erblickt und gingen direkt in geduckter Haltung, voller Anspannung langsam auf ihn zu. Ich ging langsamer. In der Regel drehen Hunde ab, wenn sie meine beiden sehen, da sie sich der Überzahl nicht gewachsen sehen. Der andere Hund, ein Mischlingsrüde (Collie & irgendwas), nicht wesentlich größer als Little Amiga und recht schlank gebaut, wurde ebenfalls langsamer und man sah, dass er überlegte. Als Opfer seiner Attacke suchte er sich den kleineren Hund aus, Floppy. Er beschleunigte plötzlich und war bei direkt bei Floppy. Alles ging sehr schnell, so dass man kaum erkennen konnte, wer wen packte. Es war aber schnell klar, dass Floppy ihn am Wickel hatte, irgendwo an den Lefzen, wie es aussah. Mit einer derartig  vehementen Gegenwehr hatte der andere Hund wohl nicht gerechnet und er rannte davon, sobald er von Floppy loskam, zurück zu seinem Menschen.

Ich schätze mal, dass Floppy einen riesigen Vorteil hat gegenüber vielen anderen Hunden. Er kämpft sehr viel mit Little Amiga. Die mag das sehr und wenn sie ihn, der ihr körperlich deutlich unterlegen ist, immer mal wieder gewinnen lässt, verliert er auch nicht so schnell den Spaß daran. Zum Glück ging auch dieser Zwischenfall glimpflich ab für beide Seiten. Für den kleinen Floppy würde ich mir allerdings andere Begegnungen wünschen. Angriffe tragen nicht dazu bei, sein Vertrauen in andere Hunde zu stärken, sondern bewirken ehr das Gegenteil. Zwar ist er bisher immer als Sieger aus dem Ring gegangen, doch die Lehren, die er darauf vermutlich für sich zieht, sind nicht unbedingt die, welche es sein sollten.