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China ist kein einfaches Land, wenn es um Hunde geht, auch wenn die Geschichte der Hunde in China sehr weit zurück reicht. Hunde wurden in China nicht immer in den Mengen gegessen, wie das heute der Fall ist. Sie waren dort im Laufe der Geschichte überwiegend Schutz- und Hütehunde, so wie bei uns, und bei Hof auch Haushunde.

Vor allem bei jüngeren Chinesen, so liest man, hat sich die Haltung zu Hunden deutlich verändert. Man sieht sie wieder mehr als Haustiere und nicht als Delikatesse.

Mr Yang holds his retrieved pet dog Congcong tightly in his arms

Bild Animals Asia: Mr Yang holds his retrieved pet dog Congcong tightly in his arms; CC BY-NC 2.0

Trotzdem ist das Leben für Hunde und Hundehalter nicht immer einfach. Hunde werden oft gestohlen von skrupelosen Hundefängern, die auf schnelles Geld aus sind, und landen dann im Kochtopf. Manchmal haben solche Hunde Glück, wie im Bild oben, wo der Besitzer seinen Hund zurückbekommen konnte.

In vielen Städten sind Hundehalter strengen Regeln unterworfen. Es ist oft nicht mehr als ein Hunde je Haushalt zugelassen. Man darf mit Hund nur zu bestimmten Tageszeiten aus dem Haus gehen und muss Parks, Grünanlagen und bestimmten Zonen in der Stadt fern bleiben. Immer wieder kommt es zu Säuberungsaktionen, wo die Stadtverwaltungen gegen Streuner vorgehen. Da lässt dann niemand Gnade walten. Das ist auch der Fall, wenn es um Tollwut geht. In China gibt es jedes Jahr etwa 2.000 Menschen, die Tollwut sterben. In Folge von solchen Todesfällen kommt es ebenfalls immer wieder zu Hundetötungsaktionen. Da hat man dann auch als Hundehalter keine Chance. Und selbst wenn Hundehalter ihre Hunde verstecken, so schützt das nicht auf Dauer. In einem Fall, von dem ich einmal las, kamen die Mitarbeiter der Verwaltung nachts und machten Lärm, worauf die Hunde anschlugen. Damit wussten sie genau, in welchen Häusern Hunde waren. Man verschaffte sich Zugang zu den Häusern und erschlug die Hunde.

Ein ähnlicher Fall liegt jetzt in Dayang nahe der Stadt Jinan vor, und der ist wirklich extrem, denn er betrifft alle Hunde im Ort, auch die registrierten und geimpften, die im Haus gehalten werden. Normal erfolgen solche Aktionen, wenn es um die Gesundheit und Sicherheit geht. In diesem Fall  wurde als Grund für die Aktion Sauberkeit der Umwelt und das normale Leben der Mitbürger angegeben. Die Kommune besteht überwiegend aus Hochhäusern und vor kurzem fanden die Hundehalter an verschiedenen Stellen Hinweise angebracht, in welchen verkündet wurde, dass niemand einen Hund irgendeiner Art halten darf. Die Hundehalter werden aufgefordert, ihren Hund loszuwerden, wie auch immer. Und wenn das nicht funktioniert, wird man Trupps zusammenstellen, die die Hunde in den Wohnungen der Halter totschlagen. Das ist wirklich übel.

Auf Rückfrage zum Grund der Aktion erklärte ein städtischer Mitarbeiter, die Mehrheit der Anwohner hätte sich beschwert über die Verunreinigung durch Hundehaufen und fühle sich durch die Hunde belästigt. Man habe die öffentliche Bekanntmachung aufgehängt, um Konflikte zu vermeiden.

Der Fall zeigt leider auch, wie korrupt und schwach das Rechtssystem in China ist. Wie der Fall nun ausgeht, ist unklar.

Zum Glück gibt es so etwas bei uns nicht. Man stelle sich nur vor, eines Tages stehen Mitarbeiter der Stadt mit Polizei vor unserer Haustüre, verschaffen sich mit Gewalt Zugang und schlagen einem die Hunde tot in der Wohnung oder nehmen sie einfach mit und erledigen es dann wo anders. Für mich ist das ein weiterer Grund, warum ich ein Land wie China nie besuchen werde.

Quelle: Get rid of your dog or we’ll club it to death, say Chinese officials; Guardian, September 2015

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