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Bevor ich Mesty Ende Januar diesen Jahres zu mir holte, überlegte ich mir sehr genau, welche Eigenschaften der neue Hund haben sollte. Ruhig sollte sie sein, souverän und erfahren. Das ist sie definitiv. Darüber hinaus ist sie ungemein anpassungsfähig. Vielleicht passt sie sich sogar ein wenig zu viel an.

Eigentlich hatte ich gehofft, dass Mesty ein wenig Ruhe in meine Truppe bringen würde, vor allem in Bezug auf Floppy. Da hatte ich mir erhofft, Floppy würde bei Mesty zusätzlich ein Gefühl der Sicherheit bekommen. Vielleicht, so dachte ich, färbt die Ruhe der besonnenen Mesty sogar auch ein wenig auf Little Amiga ab.

Leider hat sich keine meiner Hoffnungen so wirklich erfüllt. Little Amiga ist auf unseren Runden frühmorgens im Wald weiter außer Rand und Band. Der Jagdtrieb ist einfach zu stark und ich bekomme sie nicht wirklich in den Griff. Mesty kann mich allerdings ein wenig unterstützen, Little Amiga im Zaum zu halten, allerdings nur dann, wenn sie auch selbst ruhig bleibt. Dann nehme ich Little Amiga zwischen Mesty und mich. Das wirkt erstaunlich gut und Amiga zieht nicht. Eine Schwierigkeit gibt es dabei jedoch, Mesty die darf nicht selbst im Jagdfieber sein.

Ich habe Mesty von Anfang an mit in den Wald genommen und zunächst hat sie nicht auf Wild reagiert. Leider ist das nicht so geblieben. Nach und nach hat sie sich angepasst und hat nun, wenn ich es zulasse, auch pausenlos die Nase am Boden. Sobald ein Reh über den Weg läuft oder ein Hase und sie erblickt diesen, ist sie völlig aus dem Häuschen. Sie springt an der Leine und bellt und es ist wirklich schwierig, sie wieder ruhig zu bekommen. Wäre ich alleine mit ihr, kein Problem. Aber da ist ja noch Little Amiga, die ihrerseits ebenfalls völlig aus dem Häuschen ist. Hier bin ich mir ganz sicher, hat Mesty sich das Verhalten von Little Amiga abgeschaut.

Ist Mesty also selbst im Jagdfieber, muss ich sie zunächst unter Kontrolle bekommen. Das tue ich, indem ich sie blocke. Es braucht eine ganze Weile, bis sie versteht, dass sie neben mir gehen soll und dass die Nase am Boden ebenso wenig erwünscht ist, wie Zug nach vorne und wildes Bellen. Solange sie das nicht verstanden hat und ruhig neben mir geht, kann ich es vergessen, Little Amiga zwischen sie und mich zu nehmen.

Mesty schaut sehr genau, was die anderen tun, so auch bei Floppy. Der reagiert noch immer auf fremde Hunde und unbekannte Menschen, vor allem, wenn diese uns entgegenkommen. Scheinbar glaubt Mesty, sie müsse nun den kleinen Floppy unterstützen. Dazu kommt natürlich noch, dass sie in Deutschland mit fremden Hunden, ausgenommen der Beagle in der Nachbarschaft, mit dem wir wochentags früh zusammen gehen, bisher keinen normalen Kontakt hatte. Mit Floppy ist das leider nicht möglich. Vielleicht muss sie so denken, dass hier in Deutschland alle anderen Hunde komisch sind und verbellt werden müssen. So habe ich denn meine liebe Mühe, nun nicht mehr nur einen Hund ruhig halten zu müssen oder zwei, weil Little Amiga mal wieder meint, ein wenig Krawall machen zu müssen, sondern gleich drei. Bingo, Treffer!

Es sieht so aus, als habe ich irgendetwas falsch gemacht. Statt dass meine beiden sich bei Mesty gute Eigenschaften abschauen, färben die unangenehmen Eigenschaften von Floppy und Little Amiga auf Mesty ab. Das genau wollte ich eigentlich nicht. So muss ich Mesty nur beibringen, dass wir dieses genau nicht wollen. Gleichzeitig bleibt natürlich die Aufgabe bestehen, auch Little Amiga und Floppy auf die richtige Spur zu bringen. Dumm gelaufen, würde ich sagen.

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