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Mesty im Sommer

Kaum zu glauben, doch es ist tatsächlich jetzt genau ein Jahr her, seit Mesty bei mir zu Hause ist. Das ist eine gute Gelegenheit, das Jahr Revue passieren zu lassen.

Nachdem Anfang 2015 mein guter Herr Yoschi an den Folgen einer nicht erkannten Borreliose verstorben war, hatte ich lange gezögert, wieder einen dritten Hund zu mir zu holen. Zum Ende des Jahres wurde das Gefühl, dass irgendetwas fehlt, dann aber doch sehr übermächtig und ich begann, mich nach einem neuen Hund um zu sehen. Recht schnell war mir klar, dass bei der Konstellation meines verbliebenen Minirudels bestimmte Bedingung erfüllt werden müssten. Die Auswahl schränkte sich letztlich durch die Probleme Floppys mit anderen Hunden drastisch ein. Ein Rüde kam so von vornherein nicht einmal infrage. Es musste eine Hündin sein und die sollte ruhig und erfahren sein. Und so fand ich dann über Shelta und Tierschutzverein ARCA eV die sechs Jahre alte Schäferhundmischlingsdame Mesty. Man hatte sie mir rein nach ihrer Persönlichkeit empfohlen. Ich hätte ja schon sehr gerne ein Jack Russell Terrier gehabt oder vielleicht auch einen anderen Terrier. Aber mit Floppy macht das alles keinen Sinn. Also entschied ich mich für Mesty. Damit ergab sich für mich aber eine neue Schwierigkeit. Mesty war deutlich größer als alle Hunde, die ich bisher gehabt hatte. Sie würde nicht in meinen Smart hineinpassen. Ich brauchte also ein anderes Auto. Und mit diesem machte ich mich dann am 23. Januar 2016, einem Samstag, auf den Weg nach Rastatt. Der Tag war denkbar ungünstig. Die Straßen waren in der Nacht zuvor vereist. Es wurde dringend von Fahrten abgeraten. Aber was sollte ich tun? Mesty war bereits auf dem Weg von Spanien nach Deutschland und an diesem Samstagmorgen würde sie auf mich warten. Gott sei Dank ging alles gut. Ich kam heil an, nahm sie in Empfang, erhielt ihre Papiere und war kurz nach Mittag wieder zurück im Sauerland.

Erstkontakt mit Floppy

Wie erwartet gab es überhaupt keine Probleme mit Floppy. Er akzeptierte sie und sie wusste, wie sie ihn nehmen musste. Das entschärfte die Situation von vornherein. Mesty brauchte sehr viel länger als ich erwartete, bis sie zu mir wirklich größeres Vertrauen fasste. Das Zusammenleben war von Anbeginn an ohne Probleme. Auch das Spazierengehen war unkompliziert. Aber sie brauchte doch ihre Zeit, bis sie sich mir anschloss. Es wurde einiges anders, als ich erwartet hatte. Den großen Hundekorb, den ich extra für sie besorgt hatte, als Rückzugsort und Ruhestätte für die Nacht, den nahm sie anfangs zwar an, ignorierte ihn nach einigen Wochen jedoch komplett. Stattdessen zog sie den dicken Teppich in der Diele vor. Dort verbrachte sie dann auch die Nächte. Es brauchte einige Tricks, bis ich sie dazu bringen konnte, die Treppe zu mir nach oben zu kommen. Käsewürfel und eine Decke, mit welcher ich den Blick durch die Stufen nach unten verdeckte, konnten sie schließlich überzeugen, dass die Treppe keine Gefahr darstellte. Mittlerweile ist die Decke wieder weg und sie läuft die Treppe hinauf und hinunter, wenn auch noch immer mit Bedacht. So verbringt sie die Nächte jetzt meist auf dem dicken Teppich hier oben bei mir. Auch tagsüber ist sie viel hier oben.

Anfangs war sie etwas furchtsam, wenn man an ihr vorbeiging und noch mehr, wenn man irgendwelche Dinge trug. Auch das mittlerweile deutlich besser geworden. Ein wenig Schwierigkeiten gab es zu Beginn auch mit dem Futter. Wir begannen mit einem guten Trockenfutter. Sobald ich ihr aber etwas Anderes gab, reagierte ihre Verdauung mit Durchfall. Das hat sich durch langsame Umgewöhnung mittlerweile auch gegeben. Morgens frisst sie nun Trockenfutter und am Nachmittag gibt es noch mal eine Portion Dosenfutter. Sie hat sogar ein klein wenig zugelegt und wiegt nun statt 16 ganze 18 Kilo. Mehr dürfen es nun aber auch nicht werden.

Mesty geht unheimlich gerne spazieren. Ich hatte ja gehofft, ihr Vorbild würde auf meine beiden Kleinen wirken, Little Amiga würde etwas ruhiger werden und Floppy mehr an Selbstsicherheit gewinnen. Doch genau das Gegenteil war der Fall. Mesty begann, Interesse an Spuren im Wald zu finden und auch mal etwas Dampf an der Leine zu machen und außerdem bellt sie nun auch, wenn wir andere Hunde sehen. O. k., das war dann mal nichts.

Mesty genießt die Sonne im Spätsommer im Garten

Im Großen und Ganzen denke ich, ist Mesty nun angekommen. Ein wenig Steigerung ist sicherlich noch drin, doch sie hat sich wirklich gut eingelebt und das Vertrauen ist sehr groß. Ab und zu kann ich sie sogar dazu bewegen, ein wenig zu spielen. Gerade das Spiel ist jedoch ganz wichtig in punkto Vertrauen.

Gesundheitlich ist alles im grünen Bereich. Lediglich der Titer der Ehrlichchose ist noch immer erhöht. Das hatte ich jetzt im Januar noch einmal testen lassen. Der nächste Test wird im Mai erfolgen und dann muss man gegebenenfalls noch mal behandeln. Sie hat zum Glück keine Probleme und ich hoffe das bleibt auch so. Aber besser ist es schon, wenn man etwas macht gegen diese Krankheit, die irgendwo im Untergrund arbeitet.

Für das neue Jahr habe ich mir vorgenommen, ein wenig mit ihr zum Thema Grundkommandos zu arbeiten. Sitz auf Fingerzeig kann sie schon. Ich denke, da ist noch mehr drin. Und da ja in ihr schon rein vom Äußeren viel Schäferhund steckt, denke ich, wird es ihr gut tun, wenn wir da auch mehr an Kommandos arbeiten. Sie sollte eigentlich bereit sein dazu.

Mesty knabbert im Schnee an Rinderdörrfleisch (weich genug für ihre wenigen Zähne)