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Es ist jetzt schon fast 20 Jahre her, dass sich das Gerücht hält, Impfungen können zu Autismus führen. Die Studie wurde zurückgezogen und die Aussage mehrfach widerlegt. Trotzdem gibt es noch immer jede Menge Eltern, welche ihre Kinder nicht impfen lassen, weil sie Angst haben, ihre Kinder könnten dann zu Autisten werden. Das ganze kann man mittlerweile unter dem Begriff Verschwörungstheorie packen, denn den Menschen, die daran glauben, kann man sagen, was man möchte. Jedes Argument wird als Lüge der Pharmaindustrie abgetan.

Bild: http://ift.tt/2fbPcjL, Public Domain

Man möchte es kaum glauben, doch mittlerweile gibt es, zumindest in den Vereinigten Staaten, Menschen, die auch ihre Hunde nicht mehr impfen lassen, weil sie glauben, diese könnten zu Autisten werden. Wer jetzt glaubt, dass ich einen Scherz mache, dem muss ich sagen, ich meine es ernst. Es ist auch kein Aprilscherz. Wir haben August. In einem Artikel mit dem Titel „Dog Owners: Stop Worrying About Autism and Vaccinate Your Pet“ (Hundehalter: hört auf euch Sorgen wegen Autismus zu machen und lasst eure Haustiere impfen). beschreibt der Autor des Beitrags in Time Magazine, dass im New Yorker Stadtteil Brooklyn Menschen leben, die sich weigern, ihre Hunde gegen potenziell tödliche Krankheiten wie Räude, Hepatitis und Tollwut impfen zu lassen, da dieses Autismus verursachen soll. Man muss sich einmal vorstellen, wie verrückt das alles ist. Da versuchen Hundebesitzer, ihre kleinen Lieblinge davor zu bewahren, autistisch zu werden. Dabei gibt es nicht einmal irgendeinen Hinweis darauf, dass Hunde überhaupt autistisch sein könnten. Leider ist das ganze nun auch nicht harmlos, denn die Krankheiten, vor denen Hunde durch Impfung geschützt werden können, sind gefährlich und können oft tödlich enden. Zum Glück gibt es bei uns so gut wie keine Tollwut mehr. Allerdings heißt das nicht, Tollwut könnte nicht doch wieder einmal übertragen werden. Nach der deutschen Gesetzgebung müssen Hunde, wenn Tollwut nachgewiesen wird, getötet werden, ohne Ausnahme. Dazu kommt noch, dass viele Krankheiten, vor denen Hunde durch Impfungen bewahrt werden können, auch für Menschen nicht ungefährlich sind. So eng, wie wir heute mit unseren Hunden zusammen leben, ist eine Übertragung leichter möglich denn je. Im New Yorker Stadtteil New Jersey kam es so in diesem Jahr zu einem Ausbruch der bakteriellen Infektion Leptospirose, die von Ratten übertragen wird und für Hund und Mensch gefährlich ist. Vor allem in Städten, wo Hunde auch in Hundetagesstätten gehen und Freilauf in Hundeparks haben, ist das Risiko der Verbreitung von gefährlichen Krankheiten durch ungeimpfte Hunde extrem groß.
Das Internet ist heute eine gute Quelle für nützliche Informationen. Leider ist es aber auch eine Möglichkeit, Falschinformationen zu verbreiten. Fake News und die ganzen Verschwörungstheorien sind der beste Beweis dafür. Man kann nur hoffen, dass sich dieser Unsinn nicht auch in unseren Landen verbreitet. Ausreichend viele Menschen, die auf solche Verschwörungstheorien hereinfallen, gibt es leider, wie man bei Facebook leicht sehen kann.